Was Väter niemals sagen würden…

Habe neulich eine Bekannte im Bus getroffen. Sie war immer ganz gut im Business, jetzt schob sie einen Kinderwagen. Elternzeit? Zwei Jahre. Und danach?

„Bloß nichts mit Anspruch. Ich habe jetzt meine Hauptaufgabe zuhause.“

Oh Mann…. 😩

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Unser tolles neues Au Pair

Anmerkung vorab: Dass unser neues Au Pair-Mädchen aussieht wie Rita Ora, und dass das natürlich auch gewisse Nachteile mit sich bringt (wenn man fertig, bebrillt und beaugenringt am Frühstückstisch sitzt), lasse ich in dieser Lobeshymne absichtlich außen vor. 

Nach dem bereits berichteten Supergau haben wir nun einen echten Volltreffer gelandet. Ein Au Pair, das ich mir gar nicht mehr wegzudenken vermag. 

Besa ist 26 Jahre alt und kommt aus Albanien. Sie hat bereits Medizin studiert und will vor allem eins: Deutsch lernen, um hier ihren Facharzt als Kinderärztin zu machen. In jeder freien Minute paukt sie, was das Zeug hält, ihr ganzes Zimmer hängt voller Postets und sie spricht schon richtig gut. Neben unserem Esstisch hängt neuerdings ein White Board, mit dessen Hilfe wir ständig neue Vokabeln üben. Die ersten Wochen haben wir uns auf englisch unterhalten, mittlerweile nur noch in Notfällen bzw. wenn es mal ganz schnell gehen muss. 

Die Kinder mögen sie sehr – nicht von Anfang an, aber doch ziemlich schnell. Neulich habe ich gegenüber den Kids angedeutet, dass Besa nicht für immer bleiben wird. Das wollten sie überhaupt nicht wahrhaben. Unser Au Pair gehört schon richtig zur Familie dazu. Die Kinder laufen ständig in ihr Zimmer, suchen aktiv ihre Nähe und bauen sie mittlerweile sogar in unsere Gute-Nacht-Geschichten ein. 

Besa hilft vor allem morgens, die Kinder wegzubringen (das teilen sie und ich uns meist auf) und nachmittags, sie wieder abzuholen. Je nachdem, wie lange ich arbeite, betreut sie die ganze Bande. Sie ist unglaublich zuverlässig, fleißig und selbständig. Man merkt sofort, dass sie schon mehrere Jahre allein bzw in WGs gelebt hat.

Was mir vorher gar nicht bewusst war: Was für eine unglaubliche Erleichterung im Haushalt ein Au Pair sein kann (wenn man eben Glück hat):

Ich bade die drei Kinder, komme aus dem Bad – und das gruseligste Abendbrot-Chaos ist schon beseitigt. Normalerweise habe ich nach dem Zubett-Bringen noch ewig in der Küche gestanden und rumgerödelt. Jetzt nicht mehr. Oh, wie ist das herrlich! Wäsche zusammen legen? Macht sie. Ich müsste eigentlich noch einkaufen, würde es aber nur total gestresst hinbekommen? WhatsApp an Besa und ein Punkt auf der To Do-Liste weniger. Mittlerweile kauft sie sogar selbständig ein, ich muss also gar nichts mehr sagen. Und habe ich schon erwähnt, dass sie die tollsten Suppen kocht?

Mein Standpunkt heute: Drei Kinder und (Schicht) arbeiten. Das geht ohne Au Pair gar nicht (es sei denn Oma und Opa sind ständig am Start). Es ist einfach so unfassbar viel zu tun. 

Und drei Kinder haben ja auch ganz unterschiedliche Bedürfnisse. Beispiel Schwimmkurs: Ich gehe mit den Großen, sie kümmert sich zuhause um die Kleine. Was für eine Erleichterung, nicht eine Stunde lang eine Einjährige in der Umkleide bespassen zu müssen. Laternenumzug mit dem Kindergarten? Ja, das könnte ich mir auch mit Kinderwagen antun – aber deutlich entspannter ist es doch, nur auf zwei und nicht auf drei Kids in der Dunkelheit und am anschließenden Martinsfeuer aufpassen zu müssen.

Ja, mit einem Au Pair gibt man einen Teil seiner Privatsphäre auf – vor allem in einer so kleinen Wohnung wie der unsrigen (wobei es sehr hilfreich ist, dass unsere Wohnung zweigeschossig ist und wir zwei Badezimmer haben). 

Ja, ein Au Pair kostet eine Menge Geld. Selbst, wenn nur die vertraglichen Mindestanforderungen gezahlt werden, sind es gute 500 Euro im Monat. 

Auf der anderen Seite spare ich mir damit das, was mich am meisten Nerven kostet: Orga-Stress. Dieses ständige Jonglieren und Hin- und Hertelefonieren, wenn mal wieder etwas anders läuft, als geplant (fast immer), irgendjemand früher abgeholt werden muss, ich länger arbeiten soll, etc. 

Das ist echt richtig viel wert!

Dieses Mal also wirklich super – und ich hoffe, das Au Pair-Glück bleibt uns weiterhin hold 🍀🍀🍀

PS. Bevor der falsche Eindruck entsteht: Komplett arbeitslos wirst du als Mutter mit Au Pair (logischerweise) nicht! Wenn ich da bin, sind die Kids natürlich voll auf mich fixiert und die ersten Male, an denen ich alle drei bei Besa lassen musste, weil ich am Wochenende gearbeitet habe (und der Papa nicht da war), waren echt hart. Was haben sie gebrüllt. Was habe ich für Stressmomente gehabt!!! Nach wie vor bist du als Mutter gefordert. Zu tun ist ja schließlich immer irgendwas – auch mit Au Pair. 👩🏻💪🏼👶🏼👧🏼👦🏻❤️

Wie sich dein Telefonier-Verhalten als Mama ändert 😊

  • Du verschickst fast nur noch Sprachnachrichten – brutal unkommunikativ, aber geil schnell 😉
  • Neue Kontakte speicherst du nur noch so ab: 
  • Du traust dich, mit einem Headset-Bügel im Ohr zu telefonieren. Nerd-Alarm, aber jede Hand wird nun mal gebraucht!!!
  • Folglich machst du beim (seltenen!) Telefonieren noch 1000 andere Dinge und wirst auch selbst toleranter: Die Mama am anderen Ende räumt den Geschirrspüler aus (klapper klapper), unterhält sich noch mit der Kassiererin im Supermarkt oder pflaumt ihre Kids an? So what, ist eben ne Mama 😝
  • Wenn du dich tagsüber mal hinlegst, machst du dein Handy nicht mehr lautlos, sondern aktivierst den „Nicht stören“-Modus: So kommen die Anrufe vom Kindergarten („bitte abholen! krank!!!!“😫😫😫) halt noch durch.
  • Du leistest dir das, wovon alle abraten: eine Handyversicherung. Hat sich bei mir schon 2x gelohnt: Runtergefallen, Display geschrottet = neues 😊

Buhhhhh, ich darf nicht mehr fluchen!!!

Ja, ich kann mich auch ganz gepflegt ausdrücken ( 😉 ) – aber doch nicht in den eigenen vier Wänden!

Da will ich nach Herzenslust fluchen, bashen, Quatsch labern, provozieren und mich (über mich selbst 😉 ) totlachen!!! Viele viele F-, S- und K-Wörter gehören seit Jahr und Tag zu meinem Zuhause-Vokabular…

Aber: Damit muss jetzt Schluss sein, die Kids plappern nun mal alles nach (unsere Kleine hat glaub ich mit eins schon „Scheisse“ gesagt. Nur ein paar mal, aber trotzdem…).

So sehr ich meine Kinder liebe: Diese Fluch-Zensur tut mir richtig weh!!! 😦

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Mein (todsicherer!) Abnehmtipp für 2016

Schaffe dir Kinder an – eines reicht schon, aber besser gleich zwei oder drei – und gehe idealerweise noch arbeiten. Deine Pfunde werden von morgens bis abends nur so purzeln!

Morgens: Um dein Tagespensum durchzupowern, stehst du natürlich in aller Herrgottsfrühe auf, das steigert gnadenlos den Grundumsatz. Das, was du dir nebenbei als Frühstück einwirfst, machst du sofort wieder wett: Indem du deinen Kindern hinterherläufst, die keinen Bock haben, sich anziehen zu lassen und stattdessen lieber über Couch und Stühle durch die Wohnung flitzen.

Vormittags: Nehmen wir mal die typische Konstellation: Du arbeitest halbtags, musst aber mindestens so viel leisten wie bei einer 3/4-Stelle. Schließlich will man ja nicht als „Rumdödel-Cappuccino-Mutti“ abgestempelt werden. Also wird auf der Arbeit rangeklotzt ohne Ende. Der Vorteil: Du merkst gar nicht, wie schnell die Zeit vergeht, in der du natürlich nichts isst!

Mittags: Gibt es eine Halbtagsmutti, die zu Mittag isst? Eben! Wieder gute 800 Kalorien gespart!

Nachmittags: Du hetzt zum Kindergarten / Hort / Tagesmutter, um bloß nicht schon wieder zu spät zu kommen. Hetzen bedeutet: Dein Körper steht unter Feuer, und das ist besser als Sport! Außerdem merkst du vor lauter Hetzerei gar nicht, dass du vor Hunger eigentlich umfallen müsstest. Besondere Empfehlung für die Fortgeschrittenen: Zwei Kinder in zwei unterschiedlichen Einrichtungen abholen: doppelter Druck, doppeltes Tempo und ein Kind ja immer so halb mit dabei. Das gibt noch mal richtig Zunder!

Abends: Wenn du dir noch die Spielplatz-Tour gegeben hast, spürst du jetzt, was du geleistet hast: Wild geschaukelt, beim Klettern gestützt, fallenende Kinder aufgefangen…. Der Rücken ist also schon mal fein raus. Aber auch innerhalb deiner vier Wände hast du schon einen halben Marathon hingelegt: Läufst vom Wäschetrockner zu den sich kabbelnden Kindern, von da zum Geschirrspüler, den du im Mordstempo ausräumst und dann wieder ins Bad, weil eine Puppe ins Klo geschmissen wurde. In Windeseile wird die eingeweicht, die Hände gewaschen und dann wieder zurück ins Wohnzimmer, wo gerade ein Brot einmal quer durchs Zimmer gekrümelt wurde…. Ja, Staubsagen verbrennt auch Kalorien und kräftigt herrlich die Arme! Beim Abendbrot bist du eher Schadensbeseitiger als Mitessender – wenn alle schon wieder weg sind vom Tisch, knabberst du maximal noch die übergebliebenen Reste vom Kinderessen weg. Was ein Glück, dass alleine essen kein Spaß macht: So hörst du ganz schnell wieder damit auf.

Später: Eigentlich hast du deinen Diät-Soll schon längst erfüllt. Aber als Abspeckprofi lässt du nicht nach: Kinder baden (schwitz!), Kinder anziehen (dito!), mit Kindern schmusen (besser als Turnen!), sie tragen, schleppen, usw.

Also: Beschwere dich nicht, dass du dir keine Nanny leisten kannst oder die Großeltern nie aushelfen. Sie tragen nur dazu bei, dass du das wirst, was du immer sein wolltest: Die Bohnenstange 2016! 😉 😉 😉

Muddi arbeitet wieder – Zwischenbilanz

Zwei Wochen sind nun schon ins Land gegangen und ich muss sagen: Die Lage entspannt sich wieder etwas. Während die erste Woche purer Stress war (ich kam jeden Tag im Schnitt 2!!!! Stunden zu spät zur Tagesmutter, um die Kinder abzuholen), war die zweite relativ easy.

Auch, wenn ich das Gefühl habe, im Job noch nicht zu alter Form zurückgefunden zu haben: Dafür, dass ich zwei kleine Kinder zuhause habe, bin ich eigentlich ganz zufrieden mit mir 🙂 Und die beiden sind auch glücklich, gesund (toi toi toi) und die Nächte werden immer besser.

Morgens ist es zwar jetzt ein einziges „managen“ bei uns – wer zieht welches Kind an etc., aber: Bislang klappt’s ganz ordentlich. Einfach immer drei Mal so viel Zeit einplanen wie sonst und richtig früh aufstehen, das spart Stress 🙂

In diesem Sinne: Schönes Wochenendeeeeee!!!