Nachbarn – ohne Kinder 

gepostet von Julia

Irgendwie ist es doch immer das Gleiche: Am Anfang finden sie es wunderbar, dass du schwanger bist: „Ohhhhhh, ein Baby! Wie toll! Wie schööööön!“

Aber sobald das Kind Bestandteil des täglichen Lebens wird, mit allem, was zum Kind-Sein vollkommen selbstverständlich dazugehört (Kinderwägen im Flur, lautes Kinderlachen, Spielzeug, toben, Geschrei, …) werden selbst Leute, die sich als „extrem tolerant“ bezeichnen zum Horror-Nachbarn.

Ich erinnere mich noch an die Nachbarn unserer ersten Wohnung. Zwei Männer, ein Paar, das uns zur Geburt sogar noch ein süßes T-Shirt geschenkt hatte. Ab dann ging es mit den freundlichen Zuwendungen jedoch ziemlich schnell bergab. Unvergessen die Nacht, als unser Sohn, damals zehn Monate alt, 40 Fieber hatte, weinte, wir ihn durchs Zimmer trugen und unser Nachbar allen Ernstes gegen die Wand schlug. Ich dachte, ich würde mich irren. Aber nein! WUMS! Da kam schon wieder ein komisches Hau-Geräusch von der anderen Seite.

Gleich am nächsten Tag habe ich ihn im Hof abgefangen. Ich sei mir nicht sicher, aber: Ob er allen (fucking!) ernstes gestern Nacht gegen die Wand geschlagen hätte? Ja, habe er. Unser Kind sei aber auch sehr schwierig. Und was solle das bringen? Er fühle sich danach einfach besser. Ich habe eine Hasstirade über ihn niedergelassen und ein paar Monate innerlich gefeiert, als die beiden auszogen.

In unserer jetzigen Wohnanlage ist die Nachbarschaft eigentlich ein Traum. 12 Wohnungen, fast jede Familie hat Kinder, alle sind unter zehn, wir haben einen riesigen Gemeinschaftsgarten und die Kinder sind richtige Freunde geworden. Gerade gestern sind Tränen bei unseren geflossen, weil eine Nachbarsfamilie für drei Wochen in den Urlaub geflogen ist.

Alle Eltern geben sich Mühe, dass unsere Anlage „ordentlich“ bleibt. Wir decken den Sandkasten jeden Abend mit einer Plane zu, Spielzeug wird in eine extra angeschafften Kiste geworfen, übergeschütteter Sand wieder vom Gehweg gefegt.

Alle machen mit, alle sind locker, nett, entspannt. Das heißt: Eigentlich könnte alles so schön sein. Doch irgendwann stellte sich raus, dass zwei Parteien (ohne Kinder of course) im Hintergrund Stimmung machten. Diese ganzen Kinderwägen. Es sähe ja aus wie auf einem Bazar! Direkt drauf angesprochen wurde alles verharmlost, die Hausverwaltung hätte auf eine Wohnungsbegehung bestanden. Das sei nun mal „deutsche Gründlichkeit“, quasi vorgeschrieben. Die zwei Parteien seien so unschuldig wie Lämmchen.

Dass das totaler Quatsch ist, stellte sich spätestens dann heraus, als auf einer Eigentümerversammlung plötzlich „Kinderspielzeiten“ ins Gespräch gebracht wurden (im übrigen von den Nachbarn, die ihren Hund lange Zeit im Garten ausgeführt haben, patsch rein, kreisch!). Ich habe vor lauter Aufregung einen halben Herzinfarkt erlitten und habe die Nachbarn bewundert, die darüber nur gelächelt haben – in dem Wissen, dass so ein super Quatsch eh niemals eine Mehrheit finden würde.

Ich finde, man kann Nachbarn (ohne Kinder) immer ein Stück entgegen kommen. Bobbycar-Fahren in der Wohnung zb – aus Rücksicht zur Nachbarin unter uns würde ich das niemals erlauben. Ich versuche alles im Flur halbwegs ordentlich zu halten, unsere „Spuren“ im Garten oder sonstwo immer am Abend zu verwischen.

Aber: Irgendwo hört es auch einfach auf. Du hast mit Kindern nun mal andere Befürfnisse, einen anderen Geräuschpegel und Kinder machen nun mal auch einfach Quatsch. Dummheiten. Klettern irgendwo hoch. Schmeißen irgendwas runter…

Nachbarn ohne Kinder verstehen das und machen sich entsprechend locker – oder eben nicht (and the next clash is about to come baby 😈😉)

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Gewissensfrage

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Deine Tochter hat ein Lieblings“tuuuuuch“. Sie nimmt es überall mit hin, schlürrt es überall durch, schleift es auf dem Boden im Supermarkt, im Fahrstuhl, auf dem Straßen-Asphalt. Es ist an manchen Ecken schon ganz grau und seit gestern auch gesprenkelt (Schokoeis). Du kannst es dir schon gar nicht mehr angucken, weil du gedanklich nur Bazillen darauf rumspringen siehst.
Würdest du es ihr trotzdem mit ins Bett geben? Ich ja. 😫😫😫 Augen zu und durch – sie würde sonst einfach nicht einpennen 😝😝😝

Ps. Foto entstanden kurz nach einer Schnell-Wäsche. Für 20 Minuten konnte ich es tatsächlich mal entführen. Brauche unbedingt ein zweites….

Szenen, wie wir sie alle lieben

Ich versuche, mit dem proppenvollen Kinderwagen in einen Laden reinzukommen. Die Reinigung bei uns um die Ecke, in der ein kleiner Giftzwerg arbeitet. Eine Frau, die vor allem dadurch auffällt, ihre Mitarbeiterinnen rundzumachen.

Die Reinigung hat eine Glastür – man kann also wunderbar einsehen, dass ich mir gerade einen abmühe und erst einmal scheitere. Also lasse ich den Kinderwagen draußen stehen, mache die Tür auf und versuche, sie einzuhaken, damit sie offen bleibt. Klappt manchmal, in diesem Fall leider nicht. Aber da liegt ja noch der Türstopper auf dem Boden rum. Ich schnappe ihn mir und nach einer gewissen Zeit der Rumnestelei bleibt die Tür offen stehen und ich hiefe den Kinderwagen rein. Kaum bin ich drin, sehe ich dann auch den Giftzwerg, der auf seinem dicken Hintern sitzt, die ganze Aktion genüsslich beobachtet hat – und dann tatsächlich sagt:
„Machen Sie die Tür wieder zu, es ist kalt!“

Freude schöner Götterfunken!!!!

Ich: „Können Sie das nicht selber machen?“
Sie: „Was?!? Das ist ja ungeheuerlich!“
Ich: „Sie machen ja nun nicht den vielbeschäftigsten Eindruck. Und Ihr Helfersyndrom scheint auch nicht besonders ausgeprägt zu sein.“

Da ist sie rot angelaufen, sah ein bisschen aus wie Rumpelstilzchen, und es wäre sicher noch richtig spannend geworden, wäre nicht schon die nächste Kundin reingekommen. So hat mir eine Mitarbeiterin die Hemden in die Hand gedrückt und mir beim Rausgehen doch tatsächlich geholfen.

Aber ich glaub, mein Freund muss seine Hemden in Zukunft selber abholen 😉

Terrorkinder (die auch noch heulen)

Herrliches Szenario neulich in unserem Musikgarten (für Kinder von 1 bis 3): Ein ganz süßes zweijähriges Mädchen war ausnahmsweise mal nicht mit ihrer Mutter, sondern mit ihrer Tante gekommen (die Mama war krank). Leider hatte diese Tante auch ihren 10jährigen super nervigen Sohn mitgebracht – der hat den ganzen Laden sowas von aufgemischt: Mit Kissen und Bällen geworfen, rumgebrüllt, wild durch die Gegend gelaufen – das haben die Kleinen natürlich nachgemacht, so dass ein mega Chaos entstand.

Die Mutter hat kein Sterbenswörtchen gesagt, so dass es an der Kursleiterin war, ihn irgendwann mal an eine andere Stelle unseres Sitzkreises zu setzen. Da hat er Rotz und Wasser geheult! Ich dachte, ich seh nicht richtig!

Viel genützt hat es nichts, denn kurze Zeit später ging die Terrorshow weiter – ganz am Ende ist er dann nochmal mit Schuhen quer durch die Halle gerast (Kissen-werfenderweise), da rief die Kursleiterin: „Mit Schuhen dürft ihr nicht in die Halle!“ Da plärrte er sich wieder einen ab und die Mutter brüllte: „Jetzt weint er in diesem Kurs schon zum zweiten Mal, das kann doch nicht sein!“ Und die Kursleiterin brüllte zurück: „Na, das ist DEINE Schuld, denn DU musst ihm Grenzen setzen und ihm sagen, wenn er was nicht machen soll!“

Daraufhin ist die Mutti stinksauer abgedampft – bitte, lass sie nicht wiederkommen!

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Von Kinderwägen und Vollhonks

Erkenntnis des heutigen Tages: Zwei nebeneinander fahrende Kinderwagen lassen den einen oder anderen (Idioten) mächtig durchknallen. 

Letzten erst wurden eine Freundin und ich von so einem Vollhonk angeraunzt (dabei war noch soooo viel Platz auf dem Gehweg), jetzt das Gleiche in grün:

Ein gelinde gesagt wohlgenährter Typ (ca 50) kommt uns auf dem FAHRRAD entgegen (wir befinden uns auf dem Bürgersteig) und brüllt im Vorbeifahren: „Scheiß Weiber!“

Kurzer Schockmoment, dann haben wir ihm alle Schimpfwörter hinterhergerufen, die uns auf die Schnelle eingefallen sind.

Insgeheim bin ich ja froh, dass er nicht „Scheiß Muttis“ gesagt hat. :-/

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Baaaaaaaahhhhhhh!!!!

Achtung, ein Blog-Beitrag mit vielen Fäkal-Wörtern:

Slalom fahren! Anders hätte ich den Weg zur Tagesmutter heute nicht unbeschadet überstanden. Was geht eigentlich in Leuten vor, die ihren Hund einfach auf den Gehweg kacken lassen? Oder auf Spielwiesen? In manchen Fällen sogar in Sandkästen auf Spielplätzen?!?

Ich weiß, dass sich tiefe Gräben auftun zwischen Hunde-Besitzern und „Kinder-Besitzern“. Gräben, die ich zum Teil für sehr übertrieben halte, denn bislang habe ich nur super nette Leute mit Hund kennengelernt (und dank meines Sohnes kenne ich fast alle Hundebesitzer in Frankfurt 😉 ). Und dennoch muss die Hundescheiße doch irgendwo herkommen! Passiert sowas beim nächtlichen Gassigehen? Schaut man sich verstohlen um, ob auch keiner gemerkt hat, dass der Hund man mal wieder einen dicken fetten widerlichen ekelhaften Scheisshaufen auf den Gehweg gesetzt hat? Und dass man zu faul ist, ihn einzusammeln, so dass jeder reintritt, flucht, ihn auf dem Bürgersteig in etliche Richtungen weiterverbreitet und den ganzen Tag stinkt wie…. Scheisse?!?

Ich könnte ausrasten, wenn ich diese ganze Kacke sehe – in die kleine Kinder natürlich besonders häufig reintreten (und im besten Fall tatsächlich nur reintreten). Es ist einfach asozial. Und zum Kotzen!

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Die No-Go-Frage an alle Mütter. Mir wurde sie gestellt!!!

Ich habe immer noch ein bisschen Schnappatmung bei dieser Geschichte…. 

Ein Freund von uns ist gerade für ein paar Tage hier. Gestern Abend kam er an, ich mit den Kiddis alleine. Er setzt sich auf die Couch, guckt auf meinen Bauch – und dann sagt er es wirklich:

„Sag mal… ey… bist du wieder schwanger?“

Röchel, keuch, japs nach Luft… und das genau drei Monate nach der Geburt! Mich überkamen unglaubliche Lynch-Gelüste… Ich wollte ihn teeren, federn, in einen Sack stecken und wild draufrumkloppen, aber stattdessen habe ich ihm einfach nur gesagt, dass er offensichtlich nicht ganz dicht sei, das zu sagen. Er meinte noch zur Verteidigung, er kenne sich halt mit Schwangerschaft und so nicht so gut aus…

Oh mein Gott! Das ist doch das ABC der Benimmregeln habe ich ihm noch mitgegeben und obwohl es mich seeeeehr juckte, habe ich es dann dabei belassen. Ich will ja auch die Stimmung für die nächsten Tage nicht komplett versauen.
(Das Eis, das ich mir noch für den Abend gekauft hatte, hab ich dann aber doch nicht mehr gegessen…. 😝). 

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Thanx for sharing… 

Ja, es gibt eine ganz bestimmte Sorte uuuuuunglaublich nerviger Menschen.  Nämlich die, die du überhaupt nicht kennst, die aber trotzdem einen super beknackten Spruch parat haben, wenn dein Kind brüllt.
Dieser hier kam zB von einer Frau, vielleicht Mitte 40, als die Häselbacke im Drogeriemarkt einen kleinen Kreischanfall bekam:

„Du siehst so hässlich aus, wenn du schreist.“ (aha, beeindruckt ihn sicher sehr).

Und dieser hier ist auch der Hammer, davon hat mir grad eine befreundete Mama berichtet: Sie ist ebenfalls im Drogeriemarkt, an der Kasse. Ihr Kind (2 Jahre alt) brüllt. Da dreht sich eine ältere Frau um und sagt:

„Ein paar Schläge auf den Hinterkopf würden dir ganz gut tun.“

Ahhhhhhhh, unglaublich!!!

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Hausfrauen-Frust

Ich gebe zu: Wenn ich in Elternzeit bin, lege ich eine gewisse „Grund-Gereiztheit“ an den Tag. Ich bin nämlich leider ein Typ, der ständig greifbare Erfolge braucht. Dinge, die man geleistet hat und die man dann mit einem großen Glücksgefühl von der To Do-Liste streichen kann: Sport machen, Sachen kaufen, Termine machen, wichtige (berufliche) Gespräche, Wohnung aufräumen, Möbel hin- und herschieben, irgendwas wegsortieren, … also alles, was man nachher sieht oder zumindest spürt (siehe Sport).

Als Hausmutti hat man das alles einfach nicht! Sieht ja keiner, dass man erst das eine Kind gewickelt hat und dann das andere und dann schon wieder das erste (und man es im Extremfall auch gleich baden muss, was übrigens auch keiner sieht). 

Merkt ja keiner, dass man alles, was vom Mittagessen auf dem Boden gelandet ist, auf Knien wieder weggeputzt hat. Fällt leider auch nicht besonders auf, dass man dringend noch mal das ganze Wohnzimmer gesaugt hat, weil der halbe Spielplatz sich plötzlich darin befand. Und dass man auf eben diesem Spielplatz den ganzen Vormittag verbracht hat, den kreischenden Säugling vor sich herschleppte, Fußball spielte, sich mit Kreide die Hose versaute,… landet leider auch nicht in den Annalen des Alltags. 

Ja und sowas wie Waschmaschine oder Geschirrspülmaschine ausräumen fällt mit zwei Kindern sowieso nicht mehr auf, weil kurze Zeit später beide Maschinen wieder voll sind und somit ratz fatz in ihren Ursprungs-Zustand zurückversetzt.
Am Schlimmsten finde ich aber, dass ich das Stillen nicht als „greifbaren Erfolg“ verbuchen kann. Da hockt man auf den Tag gerechnet mindestens zwei bis drei Stunden auf der Couch, investiert also wirklich meeeega viel Zeit, tut dabei auch noch etwas Gutes, würde es aber niemals auf die To Do-Liste setzen.

Obwohl man sich also den Arsch aufreißt, hat man (bzw. ich) ständig das Gefühl, nichts zu leisten! Als mein Freund dann auch noch einen (eigentlich semi-schlimmen) Kommentar zu unserer Wäschesituation losließ (der Berg mit frisch gewaschener Wäsche wurde immer höher, die Schränke der Kinder immer leerer, so dass man sich erst durch einen riesigen Wäschewust wühlen musste, bis man zB eine Hose fand), bin ich gleich abgegangen wie eine Rakete. Denn genau das, Wäsche wegräumen, eventuell ja doch ein Fall für die To Do-Liste, hatte ich vor lauter Stress in den vergangenen Tagen nicht geschafft :-/