Elternabend im Kindergarten: alle nur am meckern

Heute sind fast alle 22 Eltern unserer Kindergartengruppe zusammengekommen. Die Erzieherinnnen hatten es uns eigentlich total nett gemacht – Getränke, Gummibärchen, PowerPoint-Präsi. Und doch wurde von den Eltern nur rumgemault:

Der Pin für den Eingang sei viel zu leicht zu erraten (mega spießige zugeknöpfte Lehrer-Mutti) der Werkraum sei noch nicht fertig (unsympathischer Vater), die Kinder gingen viel zu wenig raus (was stimmt, ist auch mein großer Kritikpunkt, aber der Ton macht die Musik), die Kommunikation zwischen Erzieherinnen und Eltern würde nicht funktionieren (unsympathischer Vater nochmal), zu wenige Ausflüge (anderer Vater), zu unübersichtliches Aussengelände (übervorsichtige Mutti), der Waschraum sei immer nass (schon wieder der unsympathische Vater), motz motz motz.

Eine Mutter wollte sogar täglich darüber informiert werden, wieviel ihr Sohn denn gegessen habe. Und: Woher denn die Kratzer und blauen Flecken kommen… Dabei ist das das Agro-Kind, das mittlerweile jeden schon mal gebissen hat. Hat sich natürlich keiner getraut zu sagen.

Ich will mich nicht über den grünen Klee loben, aber als alle am Ende einfach aufgestanden und gegangen sind, hab ich wenigstens nochmal Danke gesagt.

Ich glaub, die Erzieherinnnen hatten sich das alles etwas anders vorgestellt… 😦

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Der 2/3 Platz oder auch: das Relikt

Auf der verzweifelten Suche nach einem Kindergartenplatz ist uns ein 2/3 Platz angeboten worden – und bei der Überlegung, wie wir das verdammt noch mal alles hinkriegen sollen, haben wir nicht nur graue Haare bekommen, sondern sind auch zu der Erkenntnis gelangt: wie sinnlos dieser 2/3-Platz ist!

Er ist eine absolute Karriere-Bremse. Ein Job-Killer. Ein Garant für: „Mama muss halbtags arbeiten“ oder sogar komplett zuhause bleiben.

Das Kind muss spätestens um 14:30 Uhr abgeholt werden – in meinem Fall hätte das bedeutet, ich hätte nur bis 13.30 Uhr arbeiten können. Leider unmöglich, denn bei mir gibt es keine Halbtagsjobs.

14.30! Was für ein Mist! Dabei machen es einem ja schon die Ganztagsplätze schwer, voll zu arbeiten. Um 16.45 Uhr musst du spätestens im Kindergarten sein – und das heißt eben: Um 15.45 Uhr bitte den Stift fallen lassen und los geht die Hetzerei! Vollzeit arbeiten geht da nur, wenn man mordsfrüh anfängt und der Partner die Kinder wegbringt. Gottlob ist das bei mir der Fall!

Wir haben hin- und herüberlegt, wie wir mit diesem beknackten 2/3 Platz-Angebot umgehen sollen. Annehmen und hoffen, dass er ganz schnell aufgestockt wird? Ablehnen und unseren 3jährigen doch noch etwas bei der Tagesmutter lassen (bei der er sich aber schon seit Monaten langweilt)? Annehmen und unsere Tagesmutter fragen, ob sie unseren Sohn abholen könnte: Sprich: Schön draufzahlen?

In meiner Verzweiflung habe ich gleich noch ein paar Bewerbungen rausgeschickt – und hatte wahnsinniges Glück: Ich habe tatsächlich noch einen Vollzeit-Platz in einem neuen Kindergarten in Sachsenhausen bekommen. Er liegt zwar ab vom Schuss, aber zumindest kann ich meinen Job behalten.

Jetzt sind wir seit gut einem Monat dort und mir ist aufgefallen: Die wenigsten Eltern holen ihre Kinder erst zu 17 Uhr ab, die meisten kommen zwischen 15 und 16 Uhr. Sprich: Die Vollzeitplätze werden gar nicht wirklich ausgereizt. Warum stockt man diese also nicht auf? Bietet nur noch Vollzeitplätze an? Wenn man sein Kind dann doch (mal) früher abholen möchte: nur zu! Aber es entstresst die, die das nicht schaffen, unglaublich!

(P.S. Die Halbtagsplätze bis 11.30 Uhr habe ich jetzt gar nicht mehr erwähnt. Die sind so gruselig, da fällt mir gar nichts mehr zu ein…)

Die ewige Eierei

Um Gottes Willen, ich kauf mir doch kein Auto! Schließlich wohne ich in Frankfurt-Sachsenhausen: Dort, wo alle drei Minuten eine U-Bahn, alle fünf Minuten ein Bus und quasi ständig eine Straßenbahn fährt!

So habe ich letztes Jahr noch getönt, aber mittlerweile haben sich zwei Dinge geändert: 1. Wir sind einen Kilometer aus Sachsenhausen-City weggezogen – und dieser Kilometer macht echt viel aus – und 2.: Wir haben einen Kindergartenplatz am Arsch der Welt.

Kein Bus fährt dorthin. Entweder du läufst (hin und zurück: eine Stunde). Oder du fährst mit dem Auto.

In der Eingewöhnungsphase hab ich es noch mit dem Fahrrad probiert – im Kindersitz ist mir mein Sohn sofort ins Koma gefallen. Zuhause habe ihn dann nach oben in den zweiten Stock geschleppt – Nachbarin (85) gebeten, kurz „Nachtwache“ zu halten, wieder aufs Fahrrad gesprungen, um Kind Nr 2 zu holen. Selten so geschwitzt wie in diesen Tagen!

Schließlich habe ich gedacht: Ich mach das zu Fuß – mit dem Doppelkinderwagen. So kriege ich sie auch beide gleichzeitig nach Hause. Doch nach spätestens zehn Minuten hatte einer von beiden keinen Bock mehr zu sitzen. Megatheater. Ich kam hochgradig gestresst wieder zu Hause an.

Nächster Gedanke: Ich erledige das Abholen joggenderweise. Geht schließlich schneller. Aber erstens hat man ja nicht jeden Tag Lust, joggen zu gehen (ich hatte am zweiten Tag schon keinen Bock mehr) und zweitens gibt es da ja auch noch das Wetter!

Ich habe mir wegen der Abholproblematik das Hirn zermartert – und eines Nachmittags, als ich mit brüllenden Kindern im Kinderwagen in einen mega Regenschauer kam (Regenschutz lag natürlich im Auto meines Freundes), kam die Erkenntnis: Ich brauche verdammt nochmal eine eigene Karre!

Klein. Fünftürig. Billig. Mehr wollte ich nicht. Ein Opel Karl ist es geworden, geleast für vier Jahre (100 Euro im Monat). Auch, wenn er etwas basic ist und manchmal tatsächlich etwas zu eng, bin ich voll zufrieden!

Um beide Kinder abzuholen (Tagesmutter und Kindergarten) bin ich zwar auch eine Stunde unterwegs (Einbahnstraßen lassen grüßen), aber wir bleiben zumindest trocken. Und mein Rücken hat sich an das obernervige Anschnallen im Kindersitz auch gewöhnt…

Allerdings müsste ich ihn mal sauber machen – in meinem Opel sieht es aus wie Sau!!! 😉

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Zum Weihnachtsfest gibt’s diesmal: keinen Kindergarten-Platz!

Ja, ich wollte mich einschleimen, als ich mir letzte Woche zwei Kindergärten angeguckt habe. Hat aber nichts genützt, ein Besuch war frustrierender als der andere:

1) Super schöner Kindergarten bei uns um die Ecke. Der Leiter macht mir von Anfang an keine Hoffnung: Mein Sohn ist ein Novemberkind (Chancen gering), wir gehören nicht zum direkten Einzugsgebiet (Chancen = null) und dann zeigt er mir noch seine Horror-Mappe: Auf 14 freie Plätze im nächsten Jahr kommen 150 Bewerbungen (gibt es Chancen im Minusbereich?!?)!

2) Einrichtung bei uns direkt gegenüber. Mehrere Eltern sind zum Besichtigungstermin gekommen.
Leiterin: „Sie waren doch schon mal hier!“
Ich: „Ja, vor zwei Jahren. Da ging es mir um einen Kitaplatz, jetzt um den Kindergarten.“
Sie (guckt erstaunt): „Kindergartenplätze haben wir gar nicht.“
Ich: „Wieso haben sie mich dann überhaupt eingeladen?“
Sie (zeigt auf mein Baby): „Na, Sie haben doch ein kleines Kind!“
Ich: „Ja, aber für die habe ich schon einen Platz bei der Tagesmutter.“
Sie: „Kindergartenplätze haben wir nicht.“
Ich: „Aber draußen steht doch: ‚eine Gruppe bis sechs Jahre‘.“
Sie: „Ja, aber da wird nichts frei.“
Ich: „Dann kann ich jetzt wohl wieder gehen.“
Sie: „Ja, tut mir leid.“
Ich: „Tschüss.“
Sie: „Tschüss.“

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Ochsentour Kindergarten

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Ochsentour Kindergarten

Das habe ich inzwischen bitter gelernt: Für einen Kindergartenplatz in Frankfurt muss man bereit sein, ein Stück seiner Würde abzugeben.

Man muss Klinken putzen. Hinterhertelefonieren. Per Mail nachhaken. Andere Mamas ausbooten. Nochmals betonen, dass dieses Kita-Konzept das allerbeste sei. Und dass man natürlich gerne dazu bereit ist, sich im Kindergarten kräftig zu engagieren… Fürchterlich. Besichtigungstermine arten plötzlich zu reinsten Schleim-Veranstaltungen aus (siehe hier) und ich kenne Mamas, die sogar „Bewerbungen“ (mit Foto!) in Kindergärten abgegeben haben.

Ein Jahr noch, dann ist die Häselbacke drei – und wie sagte mir eine Kita-Leiterin gestern: „Novemberkind und Ganztagsplatz – da sind Ihre Chancen gleich null.“

Dank dieser Motivationsspritze habe ich nun also auch die Kindergarten-Ochsentour begonnen. An meine Wunsch-Kindergärten habe ich nochmal eine Email geschickt, angerufen, um Besichtigungstermine gebeten. Und dabei entdeckt, dass eine Einrichtung gestern für zwei Stunden „Open House“ hatte. Ich bin sofort hingedackelt und musste mich vor Ort arg zusammenreißen. Ich wurde nämlich von der demotiviertesten Mitarbeiterin der Welt durch die Kita „geführt“. Besser gesagt: Sie hat mir einen Raum gezeigt mit der überaus interessanten Information: „Das ist der Gruppenraum.“ Punkt. Sie hat original NICHTS erzählt, ich musste ihr ALLES aus der Nase ziehen, und es war mehr als offensichtlich, dass es zwischen uns nicht auf eine tiefe Freundschaft hinauslaufen würde.

Weil das Anmeldeformular im Internet ein bisschen kryptisch ist, wollte ich noch fragen, ob unsere Anmeldung überhaupt angekommen sei? Könne sie nicht nachgucken, sie müsse jetzt weg, gab mir aber noch einen super Tipp: „Einfach nochmal bewerben.“

In mir tobte ein Kampf zwischen Kopf und Bauch. Bauch: „Frag sie, ob es nur so aussieht oder ob sie wirklich keinen Bock auf dich hat!!!“ Kopf: „Willst du einen Kindergartenplatz oder nicht?!?“

Der Kopf hat gewonnen. Aber ein bescheuertes Gefühl hatte ich trotzdem. Echt nervig, die Kindergarten-Suche in Frankfurt!

Welche Mama schleimt am Besten?

Ich hatte diese Woche meinen ersten Kindergarten-Besichtigungstermin. Nette kleine Einrichtung etwa 10 Fußminuten von uns entfernt, die Leiterin hat viel erzählt, uns durch die Räume geführt und nach 45 Minuten war dann eigentlich Schluss. Doch ein paar Mamas war an einem Platz dort offenbar so gelegen, dass die große Schleimerei losging – sorry, ich kann es nicht anders bezeichnen. Hier ein Auszug:

Mama 1: „Das klingt einfach alles so toll, was sie erzählen, einfach perfekt!“

Mama 2: „Ja, das wollte ich auch gerade sagen. Eine tolle Einrichtung!“

Mama 1: „Brauchen Sie noch eine Berufsbescheinigung von mir? Kann ich Ihnen jederzeit liefern, ich bin nämlich wirklich berufstätig und kann das auch belegen – während man das bei vielen anderen Müttern ja nicht behaupten kann.“

Leiterin: „Nein, das brauchen Sie nicht. Wenn das auf der Anmeldung draufsteht, dann glauben wir das auch.“

Mama 1: „Also ich habe da schon die schlimmsten Geschichten gehört!“

Mama 2: „Nun, ein bisschen Vertrauen sollte man in die Mütter doch schon haben.“

Mama 1: „Nein wirklich – was manche da einfach hinschreiben! Und das mit dem Beruf ist nur das kleinste Übel!!!“

Blablabla… ich habe mir nur noch einen Flyer geschnappt und bin los. So verzweifelt bin ich noch nicht – und ich hoffe auch, dass sich das nicht noch ändert.:-/