Was taugt die Legobaustelle?

Bei dem Sauwetter haben wir sie jetzt auch mal ausprobiert: Die Legobaustelle im Architekturmuseum. Du zahlst in den Ferien drei Euro Eintritt und baust mit kleinen Legosteinen drauflos – im Idealfall kommt ein Haus dabei heraus. 

Ein Besuch, bei dem ich mal wieder gedacht habe: Was macht man nicht alles für seine Kinder 😬

Wir mussten Nummern ziehen, gute zehn Minuten warten (mit drei kleinen Kindern halt einfach nervig), es war im Legoraum so stickig, ich saß auf Matten und frickelte vor mich hin, bis mir die Beine einschliefen. Sobald wir zu „laut“ waren, kam eine Wärterin und meckerte. Ich hatte schon nach drei Minuten das dringende Bedürfnis, abzuhauen, aber das konnte ich dem einzig motivierten Familienmitglied (meinem fünfjährigen Sohn) nicht antun. 

Mit Baby auf dem Schoß und dreijähriger im Arm (eindeutig zu jung), haben wir letztlich noch ein lustiges Freestyle House zusammengekloppt. 

Naja und Abends, beim Zubett-Gehen fiel dann eben noch der Schreckens-Satz: „Mama, da will ich nochmal hin!“ 😱

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Unser Au Pair: das Desaster des Jahrhunderts 

Ich kann immer noch nicht fassen, dass es mit unserem Au Pair so in die Hose gegangen ist. Ein Deaster. Eine Vollkatastrophe. Wie konnte ich ein so fatal falsches Bauchgefühl haben?

Ich hatte Faniry (Name netterweise geändert…), 19, auf Aupairworld.com gefunden – eine sehr gute Seite, auf der Gastfamilien und Au Pairs Profile anlegen können und auf eventuelle „Matches“ aufmerksam gemacht werden. Der Service ist anfangs kostenlos. Sobald persönliche Nachrichten geschrieben werden, kostet es 40 Euro/ Monat. Alles fair. 

Faniry war mir aufgefallen, weil sie eine ellenlange Liste mit Kinder-Aktivitäten gepostet hatte. Sie könne die Kinder morgens anziehen, wickeln, Zähne putzen, Frühstück machen, usw usw. Im Grunde konnte sie laut Profil alles, was bei uns nötig war. Dazu sahen wir nur Fotos mit ihr und vielen Kindern. Sie habe vier Geschwister und kümmere sich häufig um die Babys und Kleinkinder ihrer Cousinen. Wir schrieben uns, wir skypten zwei mal. Sie wirkte fröhlich, ihr Deutsch ok, sie winkte den Kids zu und als ich fragte, ob sie sich drei kleine Kinder wirklich zutraue, erntete ich ein glaubwürdiges „ja“. Zumindest kam es mir damals so vor.

Ich hatte gelesen und von Bekannten gehört, dass Au Pairs aus Madagaskar sehr zuverlässig, kinderlieb und familiär seien. Top. Dass sie sehr häuslich seien auch. Da Faniry uns ständig Selfies schickte, auf denen sie gestylt und geschminkt war, redete ich mir das mit der Häuslichkeit gedanklich aus. Ihr Profil wirkte doch so weltoffen! Auch, dass sie auf ihrer Facebook-Seite fast nur Bibelsprüche postete, beunruhigte mich nicht. Besser so als eine totale Randale-Tussi, dachte ich. Mittlerweile weiß ich es besser.
Dummerweise buchte ich bei aupairworld auch den Visa Service. 180 Euro, damit mir jemand sagt, welche Unterlagen wir einreichen müssen. Ich hätte das auch locker selber rausfinden können, aber bei drei kleinen Kindern ist man ja froh, über alles, was einem abgenommen wird…. und nach 1 1/2 Monaten hatte Faniry das Visum in der Tasche und den Flug gebucht. 

Sie kam zwei Wochen vor meinem beruflichen Wiedereinstieg. Das sollte als Einarbeitung reichen, dachte ich. Ich muss fast ein bisschen lachen, wenn ich bedenke, dass sie an meinem ersten Arbeitstag schon gar nicht mehr da war. 

Ich hatte viel Zeit damit verbracht, ihr Zimmer aufzuhübschen. Mein Vater hatte mit mir ihr kleines Bad komplett neu eingerichtet, im Zimmer Schreibtisch und Schminkkommode (siehe gestylte Selfies) aufgebaut, ich war zu Saturn gefahren und hatte einen weißen Flachbildfernseher gekauft – 100x schicker als der Röhrenkoloss, den ich selbst im Schlafzimmer habe. Die Deko kam von Ikea: Blumen, Kissen, Decken. Ich druckte die Fotos von ihrer Familie aus, rahmte sie und hängte sie auf. Ich nötigte die Kinder, auf ein Plakat zu krakeln. Damit wollte ich sie am Flughafen begrüßen. Ich hatte mich schlau gemacht, über Deutschkurse an der VHS, über günstige Sportmöglichkeiten in Frankfurt (ihre Hobbys waren schließlich schwimmen und joggen), ich hatte sie versichert, ihr einen Schlüssel nachgemacht, eine SIM-Karte plus iphone klargemacht, ihr einen Reiseführer gekauft und einen Gutschein für dm, als kleine Begrüßung. Alter, ich habe mir so eine Platte gemacht für nichts und wieder nichts!!!

Am Tag ihrer Ankunft lies ich die beiden Großen bei uns daheim und brachte sie nicht in den Kindergarten. Ich nahm sie mit zum Flughafen, da ich wollte, dass Fanirys Ankunft locker und fröhlich beginnen konnte, Kinder sind bei Sprachbarrieren ja häufig ein wunderbarer Eisbrecher. Normalerweise zumindest. 

Soviel also zu den Wunschgedanken. Und nun zur Realität. 

Das Mädchen, das am Flughafen ankam, sah aus wie 12. Sie kam mit ihrem riesigen Koffer und blieb kurz nach der Schranke sofort stehen und wartete, bis wir auf sie zugingen. Zu den Kindern sagte sie überhaupt nichts, auf das Plakat warf sie nicht einen Blick. Geschenkt. 
Zuhause machten wir eine kleine Bescherung. Ich hatte für alle kleine Geschenke gekauft, es sollte einfach alles so positiv wie möglich beginnen. Dabei erzählte sie mir von einer körperlichen Einschränkungen, die schneller wieder ans Tageslicht kam, als vorher gedacht: Am ersten Tag ihrer Periode hätte sie starke Schmerzen. Da könne sie nichts machen. Manchmal auch am zweiten und dritten. Aha… und wann sei es wieder so weit? (In Gedanken schon in der Apotheke). Erst in zwei Wochen. Na dann… 

Ich hatte mir vorgenommen, sie die erste Woche nur zugucken zu lassen. Ich wollte sie nicht überfordern. Aber irgendwann wurde es einfach offensichtlich, dass das nichts werden konnte. Sie sprach nicht ein Wort mit den Kindern. Sie versuchte es nicht einmal. Stattdessen schaute sie ständig ins Handy. Am Abendbrottisch, am Sandkasten, im Garten, auf dem Spielplatz. Das nervte mich so sehr, dass ich es gleich am zweiten Tag ansprach. Es besserte sich mäßig. Sie war extrem schüchtern, ich würde sogar sagen überängstlich. Irgendwann redeten wir nur noch auf französisch, um überhaupt irgendwie zu kommunizieren. Ich sagte ihr, dass sie mit den Kindern reden müsse. Sie sagte, sie kenne die Worte nicht. Ich (100x): Das ist den Kindern doch egal, sie könnte selbst chinesisch mit den Kindern reden und es würde ihnen gefallen. Es besserte sich nicht.

Sie war die Unselbständigkeit in Person. Sie wusste nicht, wie man den Wasserhahn auf kalt dreht. Sie bollerte mit dem Kinderwagen gegen jeden Kantstein. Sie bekam es nicht gebacken, die Haustür aufzuschließen. Sie ging alleine nie nach draußen, weil sie Angst hatte, sich zu verlaufen. Sie saß nur im Bett und surfte in ihrem PC. Irgendwann war mir klar: ein Monatsticket für die Bahn ist verschenkt hoch zehn! Sportliche Angebote-niemals würde sie sie wahrnehmen! Einmal ließ ich sie mit den Großen allein (drehte für 40 Min eine Runde mit dem Baby), weil ich dachte: Vielleicht fühlt sie sich beobachtet? Vielleicht conntectet sie mit den Kids so besser? Ich kam wieder und alle hockten oben vor dem Fernseher. Dass die Große eine volle Windel habe, teilte sie mir noch mit. 

Ich war echt schockiert. Ich hatte das Gefühl, dieses Mädchen machte nur das, was ich EXPLIZIT und WORTWÖRTLICH vorher gesagt hatte und dachte ÜBERHAUPT nicht mit. ZB: Ich zog alle drei Kinder an, es war das reinste Chaos. Sie stand wie ein Stock daneben. Ich musste mich arg zusammenreißen. 

So langsam schwante mir, dass ich sie niemals mit meinen drei Kindern alleine lassen konnte… aber gut, eine Chance sollte sie noch bekommen. Einen konkreten Arbeitsauftrag. Wir baten sie, am (morgigen) Sonntag Brötchen holen zu gehen. Der Bäcker ist direkt gegenüber. Unseren Großen könne sie gerne mitnehmen. 
An dem besagten Sonntag kam sie nicht aus dem Bett. Ich lag in der Früh noch im Delirium wegen durchwachter Baby-Nacht. Da weckte mich mein Mann: Faniry säße auf der Treppe und hätte etwas. Wolle aber nur mit mir darüber reden… Was war los? Sie habe ihre Tage. Sie habe solche Schmerzen, dass sie wahrscheinlich nicht mal zur Kirche gehen könne (geschweige denn zum Bäcker). Ob ich einen Tampon habe? Ich gab ihr welche. Als ich ihr eine Stunde später einen Tee brachte, hielt sie mir den ausgepackten Tampon vor die Nase. Wie man das denn mache? 

Ich hatte das Gefühl, eine 12jährige vor mir zu haben. Lange Rede, kurzer Sinn: Sie traue sich das mit dem Tampon nicht. Was nehme sie denn normalerweise? Binden. Und wo seien die jetzt? Alle. Aha… ich weiß, dass Tampons in manchen Kulturen kein Thema sind, aber mir kam das alles so abstrus vor, dass ich mir gleich einen Stuhl ans Bett stellte und eine Grundsatzrede hielt. Dass ich das Gefühl habe, ihr Profil im Netz und die Person, die sie hier ist, das seien zwei verschiedene Menschen. Sie rede nicht mit den Kindern. Wie wolle sie sich Respekt verschaffen, wenn es drauf ankäme? Im Straßenverkehr? Wenn alle drei brüllen, aus welchen Gründen auch immer?!? Sie solle sich überlegen, ob das Programm Au-Pair wirklich das richtige sei. Bei der Gelegenheit klärten wir auch, dass sie praktisch nie jogge und vielleicht drei mal im Leben schwimmen war. So viel zum glaubwürdigen Profil…

Am nächsten Tag sagte sie mir, dass sie es mit drei Kindern nicht schaffen würde. Ich denke, sie ist auch mit einem Kind gnadenlos überfordert, aber sie entschied sich, eine neue Familie zu suchen. Zurück nach Madagaskar wolle sie auf keinen Fall. Ihre Familie solle nicht erfahren, dass sie wechseln würde. Und außerdem habe sie ja nun das Visum. 

Die kommenden Tage waren für mich nur noch schwer zu ertragen. Einmal sollte sie noch kurz auf die Großen aufpassen – als ich kam, hockte sie wieder oben in ihrem Zimmer, die Kinder spielten unten im Wohnzimmer. Ich ließ sie schließlich gar nichts mehr machen, was irgendwie mit Kinderbetreuung zu tun hat. Es beschränkte sich auf kleine Hilfen im Haushalt. Mal Wäsche zusammen legen, das Wohnzimmer saugen… ich kam mir irgendwann nur noch wie eine Hausherrin vor (Horror!), aber so hatte ich wenigstens ETWAS Hilfe im Haus. 

Sie hatte keine Probleme, eine neue Familie zu finden. Sie hatte gleich mehrere Optionen und ich wundere mich bis heute, dass keine dieser Familien vorher bei uns anrief. Denen hätte ich was erzählt! 

Faniry redete nun wirklich gar nicht mehr. Sie kam zum Essen, stand wieder auf und verschwand. Ich fand das alles unerträglich und war so froh, als sie endlich, zwölf Tage nach ihrer Ankunft, im Zug nach Augsburg saß.

Der Tag ihrer Abreise hatte fast ein bisschen Symbolcharakter: Die ganze Familie war dank Magen-Darm dahingerafft. Ich schlief, als ihr Taxi kam (Bus traute sie sich natürlich nicht). Mein Mann kümmerte sich um die drei kranken Kinder. Ob er sie zum Bahnhof bringen könne? Ihr Koffer sei so schwer…

Ein paar Tage später habe ich noch einmal auf ihre Facebook-Seite geschaut. Sie hatte ein Foto meiner Kinder zu ihrem Profilbild gemacht. Sie standen auf einem Klettergerüst, für das Foto (von mir geschossen) hatte sie sich dazugestellt. Anschließend saß sie wieder auf der Bank und redete kein Wort. Immerhin: Das Foto hatte ihr 190 Likes gebracht. 

(Ergänzung, gute drei Monate später): Unser altes Au Pair hat mittlerweile noch vier mal die Familie gewechselt, wir starten bald einen neuen Versuch mit einem Au Pair aus Albanien. Ich berichte!

Ein geiles Teil (3)

Tataaaaa! Ich präsentiere meinen ständigen Begleiter der vergangenen Wochen:


Gehört definitiv zu den Dingen, die das Leben mit kleinen Kindern erleichtern: ein Infrarot-Fieberthermometer. Einfach von einer Schläfe über die Stirn zur anderen Schläfe ziehen, fertig! Habe ich in letzter Zeit so häufig genutzt, dass es fast schon Bestandteil meiner Wickeltasche geworden ist. 😉

Jetzt können wir alle vom Fieber-Messen gar nicht genug bekommen. Was im Anbetracht des momentanen Viren-Winters natürlich traumhaft ist. Die 30 Euro haben sich echt mal gelohnt…

Noch mehr nützlichesEin geiles Teil (2)

Quinny Zapp: wackeliger geht’s nicht

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Das ist echt die absolute Wackelnummer: Quinny Zapp – der Buggy, mit dem gefühlt jede zweite Mami durch die Gegend läuft.

Ich hab ihn neulich bei eBay Kleinanzeigen geschossen. Einer der wenigen Buggys, die in meinen kleinen Opel passen und auf die ich in gut drei Monaten dann auch eine Babyschale klicken kann.

Ganz selten hole ich ihn jetzt schon raus und bugsiere ein müdes Kind durch die Gegend. Dann bin ich jedes Mal wieder schockiert, was das für ein Klappergestell ist. Der kippt immer um ein Haar nach hinten! Bei leichtem Anstieg muss ich richtig gegen halten, und irgendwas dran hängen – Gott bewahre! Schon ein Regenschirm reicht, das Ganze ins Wanken zu bringen.

Schon das Foto zu schießen, war geradezu fahrlässig. Absolutes Sicherheitsrisiko: nicht kaufen!