Freu! Ich schreibe ein Buch! 😃📘

Sensationell: Mein Blog taugt nicht nur dazu, ordentlich Muddi-Dampf abzulassen 😉 sondern auch, um für ein saucooles Buchprojekt aufgegabelt zu werden! 

Ein Agent aus München hat mich gefragt, ob ich den Reiseführer „111 Orte für Kinder in Frankfurt, die man gesehen haben muss“ schreiben möchte. Für Berlin und Hamburg seien sie schon erschienen / in der Mache, fehlt halt nur noch die absolute Kultstadt Frankfurt! 😆

Ich habe natürlich hin- und herüberlegt: Drei Kinder und beruflich mal zwischen 60 und 120% eingespannt…. pack ich das überhaupt? Ist schon ein Riesen Stück Arbeit, die Plätze zu recherchieren, zu besuchen, zu fotografieren, Infos einzuholen, die Fotos auszuwählen, zu bearbeiten und dann halt noch die Texte zu schreiben. Aber was soll‘s, ich hab da einfach Bock drauf! Ich liebe Frankfurt, bin mit meinen Kids eh ständig unterwegs! Ich mach‘s! Die Kids könnt ich hin und wieder ja auch mitnehmen. 

Und so bin ich seit ein paar Wochen immer mit meiner (neuen! geilen!!!) Kamera unterwegs und radele zwischen Kinder-Wegbringen und Radiosendung durch Frankfurt. Immer auf der Jagd nach den tollsten und skurrilsten Plätzen für Kinder. 

Sobald das Buch erscheint, sag ich natürlich Bescheid! Und falls Ihr einen Ort habt, der unbedingt rein muss: Immer her damit, ich freue mich über Input! 😍

Betreuung gesucht – Glauben an die Menschheit verloren

Im Moment gibt es für mich nur ein Thema: Wie soll es hier weitergehen, wenn unser jetziges Au Pair irgendwann wieder geht? Wir haben keine Großeltern in der Nähe, wir arbeiten lange oder Schicht oder auch mal für ein paar Tage im Ausland. Der eine Kindergarten schließt um 17 Uhr, der Platz bei der Tagesmutter ist bis 15.30 Uhr.

How the **** soll man das bitte schaffen?!?! Geht gar nicht!!! In meinen schlimmsten Träumen sehe ich mich schon als Hausmuttchen verkümmern, mich nur noch um den Haushalt kümmern, nie Dankbarkeit erfahren, den Mann abends schlecht gelaunt empfangen,… Studium, Ausland, Volontariat,… alles für die Katz, weil es einfach unmöglich ist, die Kinder vernünftig betreut zu bekommen!!!

In jeder freien Sekunde hänge ich darum am Smartphone – betreut.de, aupairworld, Facebook, watweissich… Auf der Suche nach Nannies, Tagesmüttern etc. Eigentlich wollte ich aus Platzgründen nicht noch ein Au pair Jahr wagen, aber vor lauter Verzweiflung bin ich kurz davor, dem freiwerdenden Zimmer wieder Hasta la Vista zu sagen.

Mit einem Au Pair holst du dir zwar die Katze im Sack aber hast im Idealfall das ‚Rundumsorglospaket‘ – egal wie du arbeitest, das Au Pair ist nur für deine Kids da, kann bringen und abholen, betreut auch bei Krankheit (nur bei leichter, don‘t worry, ganz so Rabenmuddi bin ich auch nicht), hilft auch im Haushalt mit.

Eine Nanny wäre ein Traum – bei meinen unregelmäßigen Arbeitszeiten aber quasi unmöglich, eine „exklusiv“ zu kriegen. Es sei denn, du legst so viel Geld auf den Tisch, dass du eigentlich auch gleich Zuhause bleiben kannst.

Babysitter ist mir zu unsicher, ich habe eine Woche im Monat Spätdient, sitze im Radio-Studio und kann nicht weg – da brauche ich jemanden, der absolut verlässlich meine Kids abholt und mir nicht zwei Stunden vorher eine Whatsapp schreibt, dass ja morgen eine Matheklausur ansteht und deswegen heute doch nicht geht…

Ich habe so viel Energie damit verballert, eine Betreuung zu finden – und bin immer wieder vom Glauben abgefallen, wie unzuverlässig die Menschen sind. Ein paar traurige Beispiele:

  • Ich starte mit dem Anruf bei einer Tagesmutter, die schon vor Jahren bei uns ausgeholfen hat. Ob sie sich das mit meiner Schicht vorstellen könnte. Ja klar, könne sie, sie habe noch Kapazitäten! Wir laden sie zum Frühstück ein, legen alle Fakten auf den Tisch, überlegen hin und her, wie wir es ihr möglichst einfach machen können. Als sie geht, haben wir das Gefühl: that’s it! Geil, war das easy! Dummerweise hören wir wochenlang gar nichts mehr von ihr. Keine Reaktion per whatsapp, Anrufe nimmt sie nicht ab. Irgendwann schreibt sie: Sie war im Krankenhaus. Bronchitis. Und zwei Wochen später: Sie könne doch nicht, sie habe jetzt eine Räumlichkeit für insgesamt fünf Kinder bekommen. Davon habe sie uns doch erzählt, oder nicht? Ähhhh. Nein, natürlich nicht.
  • Ich rufe beim Stadtschulamt an bzw der „Kinderfrauvermittlung“. Ach, abends? Da gäbe es quasi niemanden, der arbeiten will. Ich könne mich aber noch mal melden. Wunderbar.
  • Ich erstelle ein Profil von uns auf „erstekinderbetreuung.de“ – Majeb (Namen alle geändert) schreibt mich an. Wow, sogar eine qualifizierte Tagesmutter! Um zurückzuschreiben, muss ich Prime-Mitglied werden und entsprechend löhnen. Egal, mach ich! Könnte das gleich der große Wurf sein? Wir schreiben kurz hin und her. Ja, sie habe Interesse, alles super, sie sei nur gerade unterwegs und melde sich später. Ja, sehr viel später offensichtlich. Bisher ist nämlich nichts mehr gekommen…
  • Auch auf betreut.de ist ein Profil von uns. Ich bekomme etliche Bewerbungen und werde natürlich auch sofort Prime-Mitglied für noch mehr Kohle. Nicht dran denken, ist ja eventuell eine gute Investition in die Zukunft! Als erstes schreibt mir Svetlana. Ich melde mich zurück und schicke ihr meine Telefonnummer – sie ruft aber nicht an, sondern schreibt noch einmal: Wir hätten da etwas von Minijob geschrieben, sie käme aber nicht unter 1000 Euro. Sie sei in Rumänien… mindestens 1000 Euro und sie käme nach Deutschland. ach so…
  • Das Profil von Ines Z. klingt eigentlich super. Gleicher Stadtteil, ehemals Au Pair, aus Spanien, mit 10 Euro echt bezahlbarer Stundenlohn. Sie schreibt mich an, ich schreibe mit Telefonnummer zurück. Sie schreibt: Ich rufe morgen an. Als das „Morgen“ auch eine Woche später noch nicht eintritt, schreibe ich zurück: „Schade, dass Sie sich nicht gemeldet haben.“ Sie: „Ich war sehr krank“. Aha. Bei ebay Kleinanzeigen konnte sie während dieser schweren Krankheitsphase aber noch zigfach ihr Profil posten.
  • Guyiena schreibt mich an, ich rufe sofort zurück. Sie sei Tagesmutter, habe noch Platz, auch für drei, alles wunderbar. Nach 20 Minuten nettem, freundlichem, hoffnungsvollem Telefonat: Ach, erst ab August? Das habe sie überlesen… das ginge dann doch nicht. Oh no!
  • Edwina bewirbt sich, sie bekommt sofort meine Handynummer – und das war’s dann auch schon wieder. Never heard anymore!!!!
  • Edda N. klingt perfekt: Ältere Dame, gleicher Stadtteil, 15 Euro Stundenlohn etwas viel, aber egal: Mittlerweile bin ich zu einigem bereit. Wir schreiben sie an, sie schickt uns ihren Lebenslauf zu, wir sagen: top, hier unsere Handynummer! Drei mal dürft ihr raten, ob sie sich gemeldet hat…
  • Merkeb aus Erithrea bewirbt sich auf unser Gesuch. Super freundliches Profilbild, wir telefonieren sofort, klären einige Details. Ihr Deutsch ist mäßig, aber sei’s drum! Ich treffe mich mit ihr vor meinem Dienst in einem Cafe. Noch bevor unser Kaffee kommt, merke ich: Das wird nichts. Sprachkenntnisse, Auftreten – wenn meine Tochter richtig Gas gibt, kann dieses arme Mädchen einpacken! Als sie mir dann auch noch erzählt, dass sie täglich bis 17 Uhr Sprachkurs hat (ich aber geschrieben hatte, dass ich ab 15.30 Uhr jemanden brauche), bin ich kurz davor, einfach alles stehen und liegen zu lassen und abzuhauen. Ab ins Mauseloch! Ich trinke aber noch brav aus und verabschiede mich dann freundlich. Die Nerven liegen blank. 
  • Alexandra bewirbt sich – ich schicke ihr meine Handynummer und höre nie wieder von ihr.
  • Ich rufe noch mal beim Stadtschulamt an. Immer noch keine Kinderfrau, die abends arbeiten möchte. Obwohl: Eine gäbe es schon, aber die tue immer nur so, als wolle sie arbeiten. Wenn es dann konkret wird, mache sie immer einen Rückzieher. Na Danke!
  • Irgendwann: ein Lichtblick! Soumiana schreibt mir auf meine Anzeige bei ebay Kleinanzeigen. Wir schicken uns unsere Nummern und schaffen es auch tatsächlich, uns irgendwann zu erreichen. Sie klingt super nett! Sie schickt mir ihren Lebenslauf zu, da steht: drei eigene Kinder, ganz viel Erfahrung mit Kinderbetreuung und Haushaltshilfe. Ich treffe mich mit ihr nach meinem Dienst, nehme meine 1 1/2jährige gleich mal mit. Sie kommt aus Bad Homburg angereist (30km Vorort), daher Schwamm drüber, dass sie in der Drive Time 25 Minuten zu spät kommt. Das erste Gespräch ist total nett. Eigentlich alles super… nur frage ich mich: Wird die Fahrerei nicht irgendwann zu nervig? Hat sie da WIRKLICH Lust drauf oder geht es ihr nach zwei Monaten total auf den Keks und wir stehen dann wieder alleine da? Eine Woche später gleich das zweite Treffen, diesmal mit meinem Mann. Wenn es gut läuft, wollen wir gleich alles dingfest machen. Sie kommt wieder 30 Minuten zu spät. Parkplatzsuche. Ok, ist schwer in Sachsenhausen, nicht drüber nachdenken. Wir essen zu abend in einem Restaurant. Sie erzählt, dass eine ihrer Töchter erst sieben ist. Sieben?!? Das hat sie im ersten Gespräch garantiert nicht erzählt. Das hätte ich mir sowas von gemerkt. Als sie geht, haben wir immer noch dieses Fragezeichen: Hat sie da WIRKLICH Bock drauf? Sie sagt zwar zu allem ja, aber irgendwie springt der Überzeugungsfunke nicht über. Nach ein paar Tagen rufe ich sie an: Sie solle sich bitte BITTE noch eine Nacht alles überlegen und mir BITTE morgen eine klare Nachricht schicken. Egal, in welche Richtung sie geht – lieber jetzt eine Absage als in zwei Monaten. Bitte, sage ich, es ist mir total wichtig, diese Nachricht morgen von Ihnen zu bekommen – ich sei besorgt, dass ihr die Fahrerei zu viel würde… Was soll ich sagen. Es kommt KEINE Nachricht. Ich bin fast froh drum – weil ich jetzt Gewissheit darüber habe, dass ich mit dieser Frau eben KEINE Gewissheit habe. Ich schreibe ihr am übernächsten Tag, dass ich es schade finde und ihr Alles Gute wünsche. Sie schreibt, sie war im Krankenhaus bis 18 Uhr (diese Krankenhaus-Story scheint irgendwie gern genommen zu sein), sie wollte halt noch überlegen und eigentlich sei die Fahrt kein Problem, aber die Fahrkosten könnten schon irgendwann ein Problem sein…  ich komme aus dem Kopfschütteln bei dieser ganzen Sucherei gar nicht mehr raus.
  • Ich poste bei Facebook in allen möglichen Gruppen – in der für „Tagesmütter Frankfurt“ ernte ich gleich klugscheißerische Kommentare, dass ich doch mal über ein Au Pair nachdenken könnte. Ach echt? Danke, für diesen erhellenden Tipp!
  • Bei betreut.de wurde mir gleich NOCH ein Premiummonat abgebucht. Diese dämlichem Abos!!! Reingefallen!
  • Natürlich bin ich parallel in etlichen Au Pair Foren am Schauen – und auch, weil ich einfach keine ZEIT mehr habe, mich dieses Betreuungs-Dramas anzunehmen, haben wir nun Butter bei die Fische gemacht und glücklicherweise ein ganz tolles Au Pair für Sommer gefunden. Ich hatte sie schon länger im Auge, es stimmt einfach alles (aus Honduras, 23, schon alleine gelebt, Jobs gehabt, rumgereist…) aber die Sehnsucht nach dem vierten Zimmer hatte mich noch etwas gezügelt. Jetzt ist das Thema aber wirklich durch… sprich: 

Ein Jahr Au Pair machen wir noch und ich werde berichten!!! Das Thema Nanny ist damit auf Sommer 2019 verschoben 😆

     

     

     

    Wenn Muddi Spätdienst hat…

    …dann weiß ich schon, wer nach dieser Woche fix und fertig ist!

    Mindestens eine Woche im Monat bin ich erst um 21 Uhr zuhause. Rein theoretisch geht das alles und rein theoretisch könnte das sogar ganz entspannt sein: Ich lasse die Kids morgens so lange schlafen wie sie mögen, wir frühstücken zusammen und es darf noch ne extra Runde im Wohnzimmer getobt werden. Erst am Vormittag bringe ich sie zur Tagesmutter bzw. in den Kindergarten (nicht ohne noch 100x darauf hinzuweisen, dass ich heute Abend nicht da bin und sie sich bitte lieb zu unserem Au Pair sind), schlendere zum Supermarkt, koche für den Abend vor und am Nachmittag düse ich auf die Arbeit. Hier kann ich mich 100%ig konzentrieren (…), unser Au Pair holt alle Kids ab, betreut sie so lange, bis mein Mann nach Hause kommt und wenn ich um 21 Uhr dazustoße, schlafen alle oder hauchen nur noch ein leises „Mama, ich hab dich lieb“, bevor sie wegschlummern… ja ja. Die Wunschträume einer Spätschicht-Muddi!

    Ich hatte diese Woche so eine Spätwoche und es ging drunter und drüber. Ich bin ein Wrack! Total erledigt! Fertig! Gereizt!!!

    Mein Mann war blöderweise drei Tage auf Dienstreise, also musste ich mich auch nachts um alle drei Kinder kümmern und ja, sie melden sich! Jede Nacht! Eines Morgens waren zwei von dreien schon um fünf Uhr wach. Ich dachte, ich drehe durch…

    Der Vormittag war auch nicht so entspannt wie in der Theorie, schließlich steht ja auch noch sowas wie Kinderzahnarzt an (zwei Stunden! Für EINEN Zahn! Da berichte ich noch mal gesondert drüber), oder die U9 oder irgendwelche anderen Arzttermine. Irgendwann kam dann auch noch der Anruf vom Kindergarten: Hallo Hallo Hallööööchen! Abholen! Kind krank! ahhhhhhhhh!

    Die Magen-Darm-Wasserstandsmeldungen, die während der Schicht auf meinem Handy landen, sorgen auch nicht gerade dafür, dass der Stresspegel sinkt… . Ich hatte für jeden Abend ein Betreuungs-Back-Up organisiert (Eltern, zufälligerweise gerade in Frankfurt / Tagesmutter / …), aber für die Kids ist das natürlich einfach blöd, nicht von Mama oder Papa ins Bett gebracht zu werden. An einem Abend kam ich nach Hause und es war einfach nur high life. Alle am brüllen und heulen, „ich will zu Papaaaaaaaaaa“ ….

    Wie machen das erst die Mamas und Papas, die bis 24 Uhr im Supermarkt an der Kasse sitzen müssen? Oder sogar Nachtdienste schieben? Als Krankenschwester, Arzt, Polizist, whatever??!?! Für all die ist es echt einfach nur obermonstermega nervig, dass die Kindergärten in Deutschland um 17 Uhr schließen… ein Runde Mitleid für alle Spätschicht-Muttis!!!

     

    Warum es sich lohnt, dein Kind ab und zu zu kämmen 😬

    Weil es dann in diesem Video nicht ganz so strubbelig aussieht 😜 

    Hier seht Ihr ein Projekt, bei dem ich mit meinen Kids mitgemacht habe und das nun für den Deutschen Integrationspreis nominiert ist: Family Playdates für Menschen mit und ohne Fluchtgeschichte. 

    Vor 1 1/2 Jahren haben wir gestartet und darüber eine super nette Familie aus Syrien kennen gelernt. Das Projekt fand ich als 3fach Mama super: Ich wollte unbedingt etwas tun, wollte das Zusammenleben und die Integration unterstützen, hatte mit Job und Kids aber einfach keine Zeit. 

    Über das Projekt haben wir (und andere Frankfurter Familien) einen „Match“ bekommen: Eine Flüchtlings-Familie mit Kindern etwa im gleichen Alter. Die Eltern, Ahmad und Amira sind super, die Kids haben sofort connected, zusammen gespielt, bei uns Erwachsenen war es aufgrund der Sprache natürlich einen Ticken schwieriger. 

    Ich kann nicht behaupten, dass wir uns ständig treffen – im Schnitt vielleicht alle drei Monate, aber es ist immer wieder schön und bereichernd!

    Am Anfang mussten wir viele Anfragen von Ahmad zeitbedingt absagen. Mittlerweile ist es andersrum. Die Familie hat ständig Termine, Kindergarten, Führerschein ,… was natürlich super ist. Wie sagte Ahmad letztens am Telefon: „In Syria immer Zeit. In Deutschland: nix mehr Zeit“ 😊😍😉

    Unterstützen könnt Ihr das Projekt hier

    Im Schlafanzug in den Kindergarten. I did it 😆

    Morgens rast die Zeit einfach. Schwups ist es schon viertel vor 9 und wir müssen dringend los, um es noch rechtzeitig zum Morgenkreis zu schaffen (denn danach ist die Tür zu und man darf 30 Minuten nicht rein).

    Also: Zeit abknapsen, wo es noch möglich ist. Ein bisschen Schminke für die Mutti? Dauert zu lang, also Zombie-Look. Haare waschen? Zeitfresser hoch zehn! Zur Not eben ne hässliche Mütze. Und wenn alles nichts mehr hilft, wie heute: Einfach die Kids im Pyjama wegbringen.

    Ich hatte das Gefühl, gar nicht sooooo viele erstaunte Blicke geerntet zu haben…. vermutlich abgelenkt… von der hässlichen Mütze 😜

    Display des Grauens 


    Nicht wahr? 🙄

    Wenn mich jemand fragt, was am Mama-Sein am meisten an den Nerven zerrt, ist es das: Die ständige Abrufbarkeit. Nicht nur bedingt durch die Kids selbst, die alle gleichzeitig nach dir rufen, unbedingt gerade JETZT einen (angesabberten) Luftballon aufgepustet bekommen möchten, egal ob du gerade mit Wickeln oder anderen deutlich zeitkritischeren Dingen beschäftigt ist…

    Es geht vielmehr darum, dass man auch für das ganze Drumherum ständig im Standby-Modus stehen muss. Die Kids machen morgens Drama beim Anziehen, wer wird angerufen? Die Muddi (die gerade beim Frühdienst im Großraumbüro sitzt)! Einer kotzt, muss vom Kindergarten abgeholt werden, welche Nummer wird als erstes gewählt? Richtig! Mit Kindern musst man sein Handy im Grunde permanent im Blick haben und irgendwie immer auf dem Sprung sein (abgesehen von den 100 Orga-Whatsapp, die man jeden Tag aufs Neue schreiben muss…).

    Ich habe letztens mit einer sehr coolen Kollegin darüber gesprochen (2fach Mama, sie und ihr Mann arbeiten beide voll) und sie meinte: „Ich gehe einfach nicht mehr ans Telefon. Allen, die meine Kinder betreuen, sage ich: Ruft mich nur an, wenn ihr ins Krankenhaus müsst. Alles andere will ich nicht wissen!“ 😆

     

    Die absolut ekelhaftesten Dinge, die Dir mit Kindern passieren können. Top 3. 

    Als ich letztens sah, wie meine 1 1/2 jährige Tochter den Abflussgulli aus dem Waschbecken nahm und genüsslich abschleckte (uaaaaahhhhh) ist mir wieder diese herrliche Top 3 eingefallen. Schon seit Ewigkeiten geschrieben, aber aus Angst, bei Euch Würgreize auszulösen, noch nicht veröffentlicht…. jetzt ist es aber mal an der Zeit! 😉

    Also: Achtung, es wird gruselig, Ihr werdet „Iiiiiiiihhhhh!!! Wie wiiiiiiderlich!!!“ schreien und Euch vielleicht nicht trauen, weiterzulesen….

    Platz 3: In der hintersten Ecke Deines Kühlschranks findest du etwas, an das zu dich schon gar nicht mehr erinnern kannst. Eine Portion Nudeln! Vor Unzeiten gekocht, aufbewahrt, vergessen und natürlich mega vergammelt. Sofort schmeißt Du sie weg. Nur: Dein kleines Kind holt es nach kurzer Zeit aus dem Mülleimer wieder raus. Grüne Nudeln? Geil! Pesto!!!! Und ab in den Mund damit. Bäääähhhh!

    Platz 2: Eigentlich ein Kardinalsfehler mit kleinen Kindern im Haus: Die Klobürste NEBEN das Klo zu stellen. Und so passierte bei Verwandten von uns, was sich kein Erwachsener vorzustellen vermag: Dreijährige Tochter schnabbt sich die Klobürste und TRINKT das dazugehörige Klobürsten-Wasser. Oh mein Gott!!! (Und das krasse: unbeschadet überstanden…)

    Platz 1 (diese Geschichte scheinen vor allem Männer irgendwie gar nicht auszuhalten): Eine Freundin von mir macht Pediküre. Sie hobelt sich dabei die Hornhaut ab, die sich nun auf dem Badezimmerboden befindet. Tja… und dann kommt ihr zweijähriger Sohn und denkt: „Ooooooooohhhhh, Puderzucker!!!“ Und naja, Ihr wisst schon… Enjoy your meal!!!! 😫😫😫

    (Na, lebt Ihr noch?)

    Papas und Smartphones. Top 3 der freakigsten Situationen. 

    Platz 3 Der Klassiker:  Papa surft im Handy (Sport! Spiegel Online!) und blendet alles um sich herum aus. Merkt nicht, dass die Kinder gerade die Knete auf dem Teppich verteilen / die 1jährige halsbrecherisch auf den Esstisch klettert/ das eine Kind dem anderen die Haare schneidet/ …. (zum Glück kommt Muddi irgendwann dazu 😉). 

    Platz 2 Mister veryveryvery important: Ja, er ist der Coolste. Er hat es drauf und beruflich alles im Griff. Auch nachmittags im Sandkasten muss er minütlich seine E-Mails checken. Schön auch letztens eine Szene beim Kinderturnen: Die dreijährige Tochter balanciert über eine Bank. Der Papa hält sie mit der linken Hand – und in der rechten? Logo, das Handy. Am Ohr. Er telefoniert. So laut, dass alle mithören müssen. Und ja, es klingt ungeheuer wichtig. (Warum meckert die Kursleiterin da eigentlich nicht?!?)

    Platz 1 Der Besessene: Internet. Er braucht es. Überall. Selbst in den zehn Minuten, in denen er seinem Säugling abends die Flasche gibt (praktisch die einzigen zehn Minuten Kontakt überhaupt). Baby und Handy mit links, Flasche mit rechts. Das Baby segelt langsam weg, während Papa nur aufs Handy starrt. Bild online. Fußball!!! Muss sein!!! Was soll denn das Gelaber von Vater-Kind-Bindung!!!! 😝

    Vom großen Glück, als Mama ein verständnisvolles Arbeitsumfeld zu haben

    Das ist jedes Mal wieder so nervig: Wenn dein Kind krank wird und du deinem Chef sagen musst: „Sorry, ich kann heute nicht kommen!“ 

    Ich habe eine sehr gute Freundin, die traut sich das schon gar nicht mehr. Weil ihr Chef sonst ausrastet. Also sagt sie ihm im Kinder-Krankheitsfall, sie mache „Home Office“ (mit krankem Kleindkind zuhause = Horror). Wenn der Chef anruft, wird ihr kleiner Sohn erst mal zwei Zimmer weiter vor die Glotze gesetzt und eingeschlossen, damit auch keiner merkt, dass da noch der kleine hustende Wurm zu Hause ist. Schlimm, oder?

    Wenn Kinder krank sind, ist es eine „Lose Lose Lose“-Situation. Dem Kind geht es schlecht, die Mama (oder der Papa) hat ein schlechtes Gewissen dem Chef gegenüber und der Chef selbst ist natürlich auch nicht amused. Vor allem, weil kleine Kinder bekanntlich häufig kränkeln. 

    Nur: Es ist nun mal einfach nicht zu ändern! Wenn ein Kind 40 Grad Fieber hat, kannst du es nicht einfach mit Fiebersaft pimpen und in den Kindergarten schieben. Und wenn dein Kind eine Bindehautentzündung hat, bist du automatisch raus. Ich kenne Geschichten, da haben sich Chef und Mitarbeiter wirklich das Maul über eine Mutter zerrissen, weil sie eben wegen einer Bindehautentzündung ihres Kindes zuhause bleiben musste. Sie dachten, das wäre alles ein Fake… schön wär‘s!

    Ich hatte letztens ein kleine „Projekt“ – angesetzt auf vier Tage. Vier pisselige Tage, das sollte man doch hinbekommen, ohne dass da jemand krank wird, oder?!? Haha. Denkste. In genau diesen Tagen war a) mein Mann auf Dienstreise, b) unser Au Pair krank und c) bekam meine kleine Tochter hohes Fieber. Also worst case Szenario, so dass ich tatsächlich um 3 Uhr nachts meiner Chefin eine Whatsapp schreiben musste: „1000x Sorry, hier bricht gerade alles zusammen, ich kann nicht kommen!“

    Sie schrieb morgens zurück, dass ich mir keine Sorgen machen soll. Sie würden das schon hinkriegen.

    Unfassbar, was mir da für ein Stein vom Herzen gefallen ist. Ich fand das einfach so nett und befreiend und mir war klar: Was ist schlimmer als Mama zu sein und ein krankes Kind zu haben? Ein Arschloch-Chef oben drauf.

    Casting mit Baby

    Ich weiß noch genau, wie der Anruf kam: Es war vor ziemlich genau einem Jahr, ich schob mein vier Monate altes Baby gerade im Kinderwagen durchs winterliche Frankfurt, der Wind pfiff mir um die Ohren. Es gäbe da eine neue Sendung fürs Fernsehen, ob ich nächste Woche nach Kassel kommen könne? Moderationscasting? Hauptsache locker und spontan auftreten. Würde auch nicht so lange dauern.

    Nächste Woche?!? Ratter ratter. Wie soll ich das machen? Ich bin doch noch in Elternzeit. Hab keine Betreuung! Wer passt auf mein Baby auf? Ach verdammt, hätt‘ ich doch schon abgestillt!

    Die Versuchung ist groß, einfach „nein“ zu sagen. Denn eigentlich ist das viel zu viel für mich. Mein Baby ist winzig, meine anderen Kids sind 2 und 4, ich bin sowas von ausgelastet, mega überfordert und mein Hirn ist aufgrund zahlreicher schlafloser Nächte so matschig, dass ich das mit dem „locker“ vielleicht noch hinkriege. Das „spontan“ aber wohl eher nicht…

    Aber, hey, zumindest denken sie schon mal an mich! Und ich wollte doch nie eine sein, die sich wegen ihrer Kinder nur in die eigenen vier Wände zurückzieht.

    Ich werfe erst mal die Orga-Maschine an: telefoniere mit meiner Tagesmutter und frage, ob sie an dem Casting-Tag zufällig frei hat und den ganzen Tag mitkommen könne? Sie, Baby und ich? Mit dem Auto nach Kassel? Sie sagt sofort zu. Wow. Ok!  Also Shakaaaaaaaaa, letzte Muddikräfte aktivieren und ab dafür!

    Ich hatte für den Tag alles super vorbereitet und durchgeplant. Fahrtzeit drei Stunden, das sollte mit Still- und Wickelpausen bequem hinhauen. Witterungsverhältnisse gut. Während des Castings könne meine Tagesmutter einen langen Spaziergang durch den Bergpark Wilhelmshöhe machen und auch ein Kindercafe hatte ich in der Nähe ausfindig gemacht. Na also, klingt doch alles ganz easy! Haha. Wurde es natürlich nicht. Dienstag, 31. Januar 2017: Einer der stressigsten Tage meines Lebens!

    Ich hatte mir den Wecker schon auf 5 Uhr gestellt. Hallo, Fernsehen! Da kann ich nicht im verpennten Zottellook aufkreuzen. Und nach so ner durchwachten Babynacht braucht das Glatt-Bügeln halt ein bisschen länger. Später wecke ich mein Baby, docke es noch mal an und um 7 geht es dann los. Schwer bepackt tapere ich in die Garage und frage mich mal wieder, warum es Maxi Cosis nicht in rückenfreundlich gibt. Ich hatte mich entschieden, mit dem Auto meines Mannes zu fahren. Das hasse ich eigentlich. Ein schwerfälliges Monster, mit dem ich in keine Parklücke komme. Aber im Gegensatz zu meinem kleinen Opel ist es für die Autobahn nun mal sicherer.

    Ich öffne die Fahrertür und bin sofort auf 180. Das totale Chaos, alle Sitze umgeklappt, die drei Kindersitze kopfüber wild verteilt. Ich verfluche meinen Mann für diese chaotische Karre, würde ihn am liebsten sofort am Telefon anmeckern, aber: Garage =  kein Empfang. Also bringe ich unter vollem Körpereinsatz alles erstmal in die richtige Reihenfolge. Baby zum Glück lieb. Mit 15 minütiger Verspätung fahre ich endlich aus der Garage. Ich bin durchgeschwitzt und hoffe, dass das Casting draußen stattfindet…

    An der nächsten Ecke springt meine Tagesmutter rein. Mithilfe ihres Schlüsselbundes schafft sie es tatsächlich, die Kleine eine halbe Stunde bei Laune zu halten. Ab dann: Sirene. Permanent. Ich kriege irgendwann Kopfschmerzen. Auch beim dritten Kind kann ich mich einfach nicht an lautes Babygebrüll gewöhnen. Mit kurzer Nacht und Stress im Nacken fühlt sich das Geschrei noch brutaler an. Irgendwann fahre ich runter von der Autobahn, auf einen Brummiparkplatz. Meine Nerven liegen blank. Ich unternehme einen Stillversuch, der kläglich scheitert. Oh Mann!!! Auch das Wickeln auf dem Beifahrersitz klappt suboptimal. Ich freue mich jetzt schon auf den Moment, wo das alles vorbei und ich wieder in Frankfurt bin.

    Ich fahre wieder los und denke, ich spinne. Auf dem Navi steht Ankunft 11.03 Uhr! Um 11 soll es losgehen! Und ich muss vorher noch einen funktionierenden Stillversuch hinlegen, sonst brüllt mein Baby den ganzen Bergpark Wilhelmshöhe zusammen! Ich bin hochgradig gestresst und schwöre, über Castingaktionen mit Kindern nie wieder auch nur nachzudenken.

    Als ich nach einer gefühlten Ewigkeit endlich in Kassel ankomme, ist mir jegliche Verspätung egal. Ich parke auf dem Parkplatz direkt vor dem Studio, ziehe mein Baby zu mir auf den Fahrersitz und stille. Ich bete, dass niemand vorbeikommt, den ich kenne und den ich in dieser Montur auch noch grüßen muss. Passiert zum Glück auch nicht. In letzter Sekunde hiefe ich den Kinderwagen aus dem Kofferraum, packe mein Baby warm ein und schiebe es in die Tragetasche. Begleitet von lautem Gebrüll schiebt meine Tagesmutter davon. Puh… durchatmen und zusammenreißen. Ich habe ein Zeitfenster von 2 1/2 Stunden.

    Die Kollegen setzen sich erstmal mit mir an einen Tisch und erklärten mir das Konzep. Also nochmal: Hauptsache locker moderieren und spontan sein. Ja kein Problem, wird schon. Hauptsache endlich anfangen. Die Uhr tickt!

    Das Casting war tatsächlich draußen, vor einem Wohnwagen. Aus den angekündigten „kleinen Aufgaben“ wurden gleich mehrere große. Begrüßung mit Doppelmoderation (hatte ich noch nie gemacht), dann sollte ich ein Interview mit einem Kollegen führen, Essen mit geschlossenen Augen probieren, Stelzen laufen (!!!) und schlussendlich für eine „Klamotten-Such-Aktion“ quer über das ganze Gelände rasen. Die Kamera immer hinterher. Es war wirklich hardcore, ich habe nur gemacht, gemacht, gemacht – zack zack zack – mir war einfach nur wichtig, es schnell hinter mich zu bringen….

    Nach gut zwei Stunden bin ich im wahrsten Sinne des Wortes fertig und fahre mit dem Schiff zum Kindercafe, wo ich meine Tagesmutter wiedertreffe. Hier ist alles in Ordnung. Baby gut gelaunt, Tagesmama sowieso. Ich bin so durch und sehe im Spiegel, dass ich inzwischen aussehe wie eine Vogelscheuche. Haare-Absteh-United. Ich müsste eigentlich umfallen vor Hunger, bekomme aber keinen Bissen runter. Ich will eigentlich nur alles wieder einladen und heimfahren – schließlich muss ich noch meine beiden Großen vom Kindergarten abholen. Was hab ich mir nur dabei gedacht, diese Aufgabe an diesem Tage AUCH noch zu übernehmen!!!

    Auf dem Rückweg erklingt sofort wieder die Sirene. Komm, jetzt Augen zu und durch. Du hast es fast geschafft! Irgendwann pennt mein Baby ein und hätte ich den Regler zur Belüftung nicht mit dem Regler der Lautstärke verwechselt, wäre das wohl auch so geblieben. Plötzlich also Musik in VOLLER Lautstärke und drei Mal dürft ihr raten, wer wach wurde und bis Frankfurt durchbrüllte…

    Abends war ich FIX UND FERTIG und schlussendlich eine Woche lang krank. Es war einfach viel zu viel Stress für meinen momentanen Zustand….

    So, nach diesem beklemmendem Erfahrungsbericht noch die gute Nachricht. Diese Ochsentour war nicht umsonst – ich habe den Moderationsjob tatsächlich bekommen!!! Hammer. Echt richtig richtig geil! Vier Sendungen haben wir bereits aufgenommen und auch schon ausgestrahlt. Wie zb diese hier: Wilde Camper – Frankfurter Gallus.

    Weitere sollen in diesem Jahr folgen. Aber eins könnt Ihr mir glauben. Dieses Casting vergesse ich NIE! Und sollte ich irgendwann mal in ferner Zukunft für irgendwas einen Medienpreis gewinnen und auf die Bühne gebeten werden. All mein Dank gebührt: Meiner allerliebsten Tagesmutter!!!

    TOPModel: Geht’s noch gruseliger?!?

    Ich musste so lachen, als ich mich letztens mit einer Frau im ICE unterhalten habe: Kathrin aus Bad Nauheim, etwa Mitte 40, keine eigenen Kinder, total nett. In der Weihnachtszeit wollte sie bedürftigen Kindern etwas Gutes tun und hatte sich darum zwei Wunsch-Zettel der so genannten „Wunschbäume“ mitgenommen (dort können Kinder aus ärmeren Familien eben ihre Wünsche draufschreiben).

    Eines der Kids, offensichtlich ein Mädel, hatte sich einen Block von TOPModel gewünscht. Das kannte Kathrin (zum Glück noch) nicht, ging also (noch frohen Mutes) in ein Schreibwarengeschäft und fiel fast vom Glauben ab. Was das für ein Schwachsinn sei, sagte sie – und ich stimme ihr da absolut zu!

    Was sind das für schlimme Gesichter! Ein Mix aus operiertem Alien, Katze und Pornostar! So ekelhaft künstlich, dass ich einfach nur hoffe, dass meine Mädels niemals Gefallen daran finden werden. Jetzt mal ehrlich: Nur die am ekelhaftesten operierten Freaks sehen so aus. Wer zum Henker hat sich diese Figuren ausgedacht?!?