Betreuung gesucht – Glauben an die Menschheit verloren

Im Moment gibt es für mich nur ein Thema: Wie soll es hier weitergehen, wenn unser jetziges Au Pair irgendwann wieder geht? Wir haben keine Großeltern in der Nähe, wir arbeiten lange oder Schicht oder auch mal für ein paar Tage im Ausland. Der eine Kindergarten schließt um 17 Uhr, der Platz bei der Tagesmutter ist bis 15.30 Uhr.

How the **** soll man das bitte schaffen?!?! Geht gar nicht!!! In meinen schlimmsten Träumen sehe ich mich schon als Hausmuttchen verkümmern, mich nur noch um den Haushalt kümmern, nie Dankbarkeit erfahren, den Mann abends schlecht gelaunt empfangen,… Studium, Ausland, Volontariat,… alles für die Katz, weil es einfach unmöglich ist, die Kinder vernünftig betreut zu bekommen!!!

In jeder freien Sekunde hänge ich darum am Smartphone – betreut.de, aupairworld, Facebook, watweissich… Auf der Suche nach Nannies, Tagesmüttern etc. Eigentlich wollte ich aus Platzgründen nicht noch ein Au pair Jahr wagen, aber vor lauter Verzweiflung bin ich kurz davor, dem freiwerdenden Zimmer wieder Hasta la Vista zu sagen.

Mit einem Au Pair holst du dir zwar die Katze im Sack aber hast im Idealfall das ‚Rundumsorglospaket‘ – egal wie du arbeitest, das Au Pair ist nur für deine Kids da, kann bringen und abholen, betreut auch bei Krankheit (nur bei leichter, don‘t worry, ganz so Rabenmuddi bin ich auch nicht), hilft auch im Haushalt mit.

Eine Nanny wäre ein Traum – bei meinen unregelmäßigen Arbeitszeiten aber quasi unmöglich, eine „exklusiv“ zu kriegen. Es sei denn, du legst so viel Geld auf den Tisch, dass du eigentlich auch gleich Zuhause bleiben kannst.

Babysitter ist mir zu unsicher, ich habe eine Woche im Monat Spätdient, sitze im Radio-Studio und kann nicht weg – da brauche ich jemanden, der absolut verlässlich meine Kids abholt und mir nicht zwei Stunden vorher eine Whatsapp schreibt, dass ja morgen eine Matheklausur ansteht und deswegen heute doch nicht geht…

Ich habe so viel Energie damit verballert, eine Betreuung zu finden – und bin immer wieder vom Glauben abgefallen, wie unzuverlässig die Menschen sind. Ein paar traurige Beispiele:

  • Ich starte mit dem Anruf bei einer Tagesmutter, die schon vor Jahren bei uns ausgeholfen hat. Ob sie sich das mit meiner Schicht vorstellen könnte. Ja klar, könne sie, sie habe noch Kapazitäten! Wir laden sie zum Frühstück ein, legen alle Fakten auf den Tisch, überlegen hin und her, wie wir es ihr möglichst einfach machen können. Als sie geht, haben wir das Gefühl: that’s it! Geil, war das easy! Dummerweise hören wir wochenlang gar nichts mehr von ihr. Keine Reaktion per whatsapp, Anrufe nimmt sie nicht ab. Irgendwann schreibt sie: Sie war im Krankenhaus. Bronchitis. Und zwei Wochen später: Sie könne doch nicht, sie habe jetzt eine Räumlichkeit für insgesamt fünf Kinder bekommen. Davon habe sie uns doch erzählt, oder nicht? Ähhhh. Nein, natürlich nicht.
  • Ich rufe beim Stadtschulamt an bzw der „Kinderfrauvermittlung“. Ach, abends? Da gäbe es quasi niemanden, der arbeiten will. Ich könne mich aber noch mal melden. Wunderbar.
  • Ich erstelle ein Profil von uns auf „erstekinderbetreuung.de“ – Majeb (Namen alle geändert) schreibt mich an. Wow, sogar eine qualifizierte Tagesmutter! Um zurückzuschreiben, muss ich Prime-Mitglied werden und entsprechend löhnen. Egal, mach ich! Könnte das gleich der große Wurf sein? Wir schreiben kurz hin und her. Ja, sie habe Interesse, alles super, sie sei nur gerade unterwegs und melde sich später. Ja, sehr viel später offensichtlich. Bisher ist nämlich nichts mehr gekommen…
  • Auch auf betreut.de ist ein Profil von uns. Ich bekomme etliche Bewerbungen und werde natürlich auch sofort Prime-Mitglied für noch mehr Kohle. Nicht dran denken, ist ja eventuell eine gute Investition in die Zukunft! Als erstes schreibt mir Svetlana. Ich melde mich zurück und schicke ihr meine Telefonnummer – sie ruft aber nicht an, sondern schreibt noch einmal: Wir hätten da etwas von Minijob geschrieben, sie käme aber nicht unter 1000 Euro. Sie sei in Rumänien… mindestens 1000 Euro und sie käme nach Deutschland. ach so…
  • Das Profil von Ines Z. klingt eigentlich super. Gleicher Stadtteil, ehemals Au Pair, aus Spanien, mit 10 Euro echt bezahlbarer Stundenlohn. Sie schreibt mich an, ich schreibe mit Telefonnummer zurück. Sie schreibt: Ich rufe morgen an. Als das „Morgen“ auch eine Woche später noch nicht eintritt, schreibe ich zurück: „Schade, dass Sie sich nicht gemeldet haben.“ Sie: „Ich war sehr krank“. Aha. Bei ebay Kleinanzeigen konnte sie während dieser schweren Krankheitsphase aber noch zigfach ihr Profil posten.
  • Guyiena schreibt mich an, ich rufe sofort zurück. Sie sei Tagesmutter, habe noch Platz, auch für drei, alles wunderbar. Nach 20 Minuten nettem, freundlichem, hoffnungsvollem Telefonat: Ach, erst ab August? Das habe sie überlesen… das ginge dann doch nicht. Oh no!
  • Edwina bewirbt sich, sie bekommt sofort meine Handynummer – und das war’s dann auch schon wieder. Never heard anymore!!!!
  • Edda N. klingt perfekt: Ältere Dame, gleicher Stadtteil, 15 Euro Stundenlohn etwas viel, aber egal: Mittlerweile bin ich zu einigem bereit. Wir schreiben sie an, sie schickt uns ihren Lebenslauf zu, wir sagen: top, hier unsere Handynummer! Drei mal dürft ihr raten, ob sie sich gemeldet hat…
  • Merkeb aus Erithrea bewirbt sich auf unser Gesuch. Super freundliches Profilbild, wir telefonieren sofort, klären einige Details. Ihr Deutsch ist mäßig, aber sei’s drum! Ich treffe mich mit ihr vor meinem Dienst in einem Cafe. Noch bevor unser Kaffee kommt, merke ich: Das wird nichts. Sprachkenntnisse, Auftreten – wenn meine Tochter richtig Gas gibt, kann dieses arme Mädchen einpacken! Als sie mir dann auch noch erzählt, dass sie täglich bis 17 Uhr Sprachkurs hat (ich aber geschrieben hatte, dass ich ab 15.30 Uhr jemanden brauche), bin ich kurz davor, einfach alles stehen und liegen zu lassen und abzuhauen. Ab ins Mauseloch! Ich trinke aber noch brav aus und verabschiede mich dann freundlich. Die Nerven liegen blank. 
  • Alexandra bewirbt sich – ich schicke ihr meine Handynummer und höre nie wieder von ihr.
  • Ich rufe noch mal beim Stadtschulamt an. Immer noch keine Kinderfrau, die abends arbeiten möchte. Obwohl: Eine gäbe es schon, aber die tue immer nur so, als wolle sie arbeiten. Wenn es dann konkret wird, mache sie immer einen Rückzieher. Na Danke!
  • Irgendwann: ein Lichtblick! Soumiana schreibt mir auf meine Anzeige bei ebay Kleinanzeigen. Wir schicken uns unsere Nummern und schaffen es auch tatsächlich, uns irgendwann zu erreichen. Sie klingt super nett! Sie schickt mir ihren Lebenslauf zu, da steht: drei eigene Kinder, ganz viel Erfahrung mit Kinderbetreuung und Haushaltshilfe. Ich treffe mich mit ihr nach meinem Dienst, nehme meine 1 1/2jährige gleich mal mit. Sie kommt aus Bad Homburg angereist (30km Vorort), daher Schwamm drüber, dass sie in der Drive Time 25 Minuten zu spät kommt. Das erste Gespräch ist total nett. Eigentlich alles super… nur frage ich mich: Wird die Fahrerei nicht irgendwann zu nervig? Hat sie da WIRKLICH Lust drauf oder geht es ihr nach zwei Monaten total auf den Keks und wir stehen dann wieder alleine da? Eine Woche später gleich das zweite Treffen, diesmal mit meinem Mann. Wenn es gut läuft, wollen wir gleich alles dingfest machen. Sie kommt wieder 30 Minuten zu spät. Parkplatzsuche. Ok, ist schwer in Sachsenhausen, nicht drüber nachdenken. Wir essen zu abend in einem Restaurant. Sie erzählt, dass eine ihrer Töchter erst sieben ist. Sieben?!? Das hat sie im ersten Gespräch garantiert nicht erzählt. Das hätte ich mir sowas von gemerkt. Als sie geht, haben wir immer noch dieses Fragezeichen: Hat sie da WIRKLICH Bock drauf? Sie sagt zwar zu allem ja, aber irgendwie springt der Überzeugungsfunke nicht über. Nach ein paar Tagen rufe ich sie an: Sie solle sich bitte BITTE noch eine Nacht alles überlegen und mir BITTE morgen eine klare Nachricht schicken. Egal, in welche Richtung sie geht – lieber jetzt eine Absage als in zwei Monaten. Bitte, sage ich, es ist mir total wichtig, diese Nachricht morgen von Ihnen zu bekommen – ich sei besorgt, dass ihr die Fahrerei zu viel würde… Was soll ich sagen. Es kommt KEINE Nachricht. Ich bin fast froh drum – weil ich jetzt Gewissheit darüber habe, dass ich mit dieser Frau eben KEINE Gewissheit habe. Ich schreibe ihr am übernächsten Tag, dass ich es schade finde und ihr Alles Gute wünsche. Sie schreibt, sie war im Krankenhaus bis 18 Uhr (diese Krankenhaus-Story scheint irgendwie gern genommen zu sein), sie wollte halt noch überlegen und eigentlich sei die Fahrt kein Problem, aber die Fahrkosten könnten schon irgendwann ein Problem sein…  ich komme aus dem Kopfschütteln bei dieser ganzen Sucherei gar nicht mehr raus.
  • Ich poste bei Facebook in allen möglichen Gruppen – in der für „Tagesmütter Frankfurt“ ernte ich gleich klugscheißerische Kommentare, dass ich doch mal über ein Au Pair nachdenken könnte. Ach echt? Danke, für diesen erhellenden Tipp!
  • Bei betreut.de wurde mir gleich NOCH ein Premiummonat abgebucht. Diese dämlichem Abos!!! Reingefallen!
  • Natürlich bin ich parallel in etlichen Au Pair Foren am Schauen – und auch, weil ich einfach keine ZEIT mehr habe, mich dieses Betreuungs-Dramas anzunehmen, haben wir nun Butter bei die Fische gemacht und glücklicherweise ein ganz tolles Au Pair für Sommer gefunden. Ich hatte sie schon länger im Auge, es stimmt einfach alles (aus Honduras, 23, schon alleine gelebt, Jobs gehabt, rumgereist…) aber die Sehnsucht nach dem vierten Zimmer hatte mich noch etwas gezügelt. Jetzt ist das Thema aber wirklich durch… sprich: 

Ein Jahr Au Pair machen wir noch und ich werde berichten!!! Das Thema Nanny ist damit auf Sommer 2019 verschoben 😆

     

     

     

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    Display des Grauens 


    Nicht wahr? 🙄

    Wenn mich jemand fragt, was am Mama-Sein am meisten an den Nerven zerrt, ist es das: Die ständige Abrufbarkeit. Nicht nur bedingt durch die Kids selbst, die alle gleichzeitig nach dir rufen, unbedingt gerade JETZT einen (angesabberten) Luftballon aufgepustet bekommen möchten, egal ob du gerade mit Wickeln oder anderen deutlich zeitkritischeren Dingen beschäftigt ist…

    Es geht vielmehr darum, dass man auch für das ganze Drumherum ständig im Standby-Modus stehen muss. Die Kids machen morgens Drama beim Anziehen, wer wird angerufen? Die Muddi (die gerade beim Frühdienst im Großraumbüro sitzt)! Einer kotzt, muss vom Kindergarten abgeholt werden, welche Nummer wird als erstes gewählt? Richtig! Mit Kindern musst man sein Handy im Grunde permanent im Blick haben und irgendwie immer auf dem Sprung sein (abgesehen von den 100 Orga-Whatsapp, die man jeden Tag aufs Neue schreiben muss…).

    Ich habe letztens mit einer sehr coolen Kollegin darüber gesprochen (2fach Mama, sie und ihr Mann arbeiten beide voll) und sie meinte: „Ich gehe einfach nicht mehr ans Telefon. Allen, die meine Kinder betreuen, sage ich: Ruft mich nur an, wenn ihr ins Krankenhaus müsst. Alles andere will ich nicht wissen!“ 😆

     

    Die absolut ekelhaftesten Dinge, die Dir mit Kindern passieren können. Top 3. 

    Als ich letztens sah, wie meine 1 1/2 jährige Tochter den Abflussgulli aus dem Waschbecken nahm und genüsslich abschleckte (uaaaaahhhhh) ist mir wieder diese herrliche Top 3 eingefallen. Schon seit Ewigkeiten geschrieben, aber aus Angst, bei Euch Würgreize auszulösen, noch nicht veröffentlicht…. jetzt ist es aber mal an der Zeit! 😉

    Also: Achtung, es wird gruselig, Ihr werdet „Iiiiiiiihhhhh!!! Wie wiiiiiiderlich!!!“ schreien und Euch vielleicht nicht trauen, weiterzulesen….

    Platz 3: In der hintersten Ecke Deines Kühlschranks findest du etwas, an das zu dich schon gar nicht mehr erinnern kannst. Eine Portion Nudeln! Vor Unzeiten gekocht, aufbewahrt, vergessen und natürlich mega vergammelt. Sofort schmeißt Du sie weg. Nur: Dein kleines Kind holt es nach kurzer Zeit aus dem Mülleimer wieder raus. Grüne Nudeln? Geil! Pesto!!!! Und ab in den Mund damit. Bäääähhhh!

    Platz 2: Eigentlich ein Kardinalsfehler mit kleinen Kindern im Haus: Die Klobürste NEBEN das Klo zu stellen. Und so passierte bei Verwandten von uns, was sich kein Erwachsener vorzustellen vermag: Dreijährige Tochter schnabbt sich die Klobürste und TRINKT das dazugehörige Klobürsten-Wasser. Oh mein Gott!!! (Und das krasse: unbeschadet überstanden…)

    Platz 1 (diese Geschichte scheinen vor allem Männer irgendwie gar nicht auszuhalten): Eine Freundin von mir macht Pediküre. Sie hobelt sich dabei die Hornhaut ab, die sich nun auf dem Badezimmerboden befindet. Tja… und dann kommt ihr zweijähriger Sohn und denkt: „Ooooooooohhhhh, Puderzucker!!!“ Und naja, Ihr wisst schon… Enjoy your meal!!!! 😫😫😫

    (Na, lebt Ihr noch?)

    Vom großen Glück, als Mama ein verständnisvolles Arbeitsumfeld zu haben

    Das ist jedes Mal wieder so nervig: Wenn dein Kind krank wird und du deinem Chef sagen musst: „Sorry, ich kann heute nicht kommen!“ 

    Ich habe eine sehr gute Freundin, die traut sich das schon gar nicht mehr. Weil ihr Chef sonst ausrastet. Also sagt sie ihm im Kinder-Krankheitsfall, sie mache „Home Office“ (mit krankem Kleindkind zuhause = Horror). Wenn der Chef anruft, wird ihr kleiner Sohn erst mal zwei Zimmer weiter vor die Glotze gesetzt und eingeschlossen, damit auch keiner merkt, dass da noch der kleine hustende Wurm zu Hause ist. Schlimm, oder?

    Wenn Kinder krank sind, ist es eine „Lose Lose Lose“-Situation. Dem Kind geht es schlecht, die Mama (oder der Papa) hat ein schlechtes Gewissen dem Chef gegenüber und der Chef selbst ist natürlich auch nicht amused. Vor allem, weil kleine Kinder bekanntlich häufig kränkeln. 

    Nur: Es ist nun mal einfach nicht zu ändern! Wenn ein Kind 40 Grad Fieber hat, kannst du es nicht einfach mit Fiebersaft pimpen und in den Kindergarten schieben. Und wenn dein Kind eine Bindehautentzündung hat, bist du automatisch raus. Ich kenne Geschichten, da haben sich Chef und Mitarbeiter wirklich das Maul über eine Mutter zerrissen, weil sie eben wegen einer Bindehautentzündung ihres Kindes zuhause bleiben musste. Sie dachten, das wäre alles ein Fake… schön wär‘s!

    Ich hatte letztens ein kleine „Projekt“ – angesetzt auf vier Tage. Vier pisselige Tage, das sollte man doch hinbekommen, ohne dass da jemand krank wird, oder?!? Haha. Denkste. In genau diesen Tagen war a) mein Mann auf Dienstreise, b) unser Au Pair krank und c) bekam meine kleine Tochter hohes Fieber. Also worst case Szenario, so dass ich tatsächlich um 3 Uhr nachts meiner Chefin eine Whatsapp schreiben musste: „1000x Sorry, hier bricht gerade alles zusammen, ich kann nicht kommen!“

    Sie schrieb morgens zurück, dass ich mir keine Sorgen machen soll. Sie würden das schon hinkriegen.

    Unfassbar, was mir da für ein Stein vom Herzen gefallen ist. Ich fand das einfach so nett und befreiend und mir war klar: Was ist schlimmer als Mama zu sein und ein krankes Kind zu haben? Ein Arschloch-Chef oben drauf.

    TOPModel: Geht’s noch gruseliger?!?

    Ich musste so lachen, als ich mich letztens mit einer Frau im ICE unterhalten habe: Kathrin aus Bad Nauheim, etwa Mitte 40, keine eigenen Kinder, total nett. In der Weihnachtszeit wollte sie bedürftigen Kindern etwas Gutes tun und hatte sich darum zwei Wunsch-Zettel der so genannten „Wunschbäume“ mitgenommen (dort können Kinder aus ärmeren Familien eben ihre Wünsche draufschreiben).

    Eines der Kids, offensichtlich ein Mädel, hatte sich einen Block von TOPModel gewünscht. Das kannte Kathrin (zum Glück noch) nicht, ging also (noch frohen Mutes) in ein Schreibwarengeschäft und fiel fast vom Glauben ab. Was das für ein Schwachsinn sei, sagte sie – und ich stimme ihr da absolut zu!

    Was sind das für schlimme Gesichter! Ein Mix aus operiertem Alien, Katze und Pornostar! So ekelhaft künstlich, dass ich einfach nur hoffe, dass meine Mädels niemals Gefallen daran finden werden. Jetzt mal ehrlich: Nur die am ekelhaftesten operierten Freaks sehen so aus. Wer zum Henker hat sich diese Figuren ausgedacht?!?

    🎨 Muddi-Tusch-Bilanz 🖌

    5 Minuten aufgebaut: Tischdecke, Wassergläser, Tuschkästen, Papier, Pinsel. 

    3 Minuten diskutiert, warum es (verdammt noch mal!) wichtig ist, eine Schürze anzuziehen. 

    3 Minuten die Farben so aufgeteilt, dass jeder gleich viele und seine Lieblingsfarbe hat und nicht mehr brüllt. 

    12 Minuten den Kindern beseelt beim Tuschen zugeguckt

    3 Minuten rumgemeckert, warum nach 12 Minuten hier keiner mehr Bock aufs Tuschen hat!!!

    7 Minuten alles weggeräumt, Pinsel, Gläser, Tuschkasten sauber gemacht, Bilder zum Trocknen weggelegt

    14 Minuten auf dem Boden rumgerobbt, um Farbspritzer auf Boden, Wand und Kinderstuhl wegzuwischen

    20 Minuten über diese miese Tusch-Bilanz nachgedacht…. 😉

    Sätze, die eigentlich nie an die Öffentlichkeit gelangen dürften 

    Ich zu meinem Sohn (5): „Jetzt hör mal auf, mich die ganze Zeit rumzukommandieren. Du bist hier nicht der Chef!“

    Meine Tochter (3): „Papa ist hier der Chef.“

    Ich: „Wiebitte?!? Nix da! Papa ist überhaupt nicht da!!! Wer macht denn hier gerade alles? Wer spielt mir Euch, holt Essen und Trinken usw?!? ICH!!! Also ICH bin hier der Chef!“

    Sie: „Nein. Du bist eine Mama.“

    Arrrrrrggggggggggg!!!! 😤😤😤

    Heul! 

    Nach 100 Jahren melde ich mich mal wieder – und dann auch noch mit so einem gruseligen Anlass. Wir waren heute am Goetheturm, meinem eigentlichen Lieblingsplatz mit Kindern. Wieviele Male standen wir schon dort oben und haben Selfies gemacht (mein Titelbild stammt auch von dort), jeden Besuch haben wir da hochgejagt, haben von ihm runtergewunken, mit ihm vor der Nase Kuchen gegessen, selbst von zuhause konnten wir seine Spitze sehen…. und nun existieren nur noch vier verkohlte Füße. Die Woche hat ihn wohl irgendjemand angezündet. Was ein Jammer!

    Bin auch schwer dafür, dass er wieder aufgebaut wird. Und meine Tochter hat auch schon einen Design-Vorschlag: „Blau. Mit Glitzer drauf.“ 😄

    Ich mach’s trotzdem

    Ist schon so ein bisschen Kamikaze, mit Kinderwagen auf der Rolltreppe (vor allem mit drei Rädern!), aber: In Frankfurt hast du keine andere Wahl. Die Aufzüge sind kaputt, oder am Hintern der Welt oder schlicht und einfach nicht vorhanden! 

    Es gibt so viele S- (Lokalbahnhof) und U-Bahnstationen (Schweizer Straße), wo offensichtlich nicht an Kinderwägen, Rollstuhlfahrer etc. gedacht wurde. Manchmal gibt’s noch nicht mal eine Rolltreppe in deine Fahrtrichtung, so dass einem nur die Bettelei („Entschuldigung, hätten Sie Lust, sich so richtig schön den Rücken kaputt zu machen und mir zu helfen, den Kinderwagen runterzuschleppen?“) oder Latscherei bleibt. 

    Heute war ich mal wieder in der City (Hauptwache) und habe einfach keinen Aufzug gefunden!  Also: Wenn man als Muddi noch raus und was erleben will: Kamikaze 😈😈😈😈😈😈

    Wenn Eltern ihre Kleinkinder alles allein entscheiden lassen

    Erlebe ich echt immer wieder und letztens, auf einer Zugfahrt von Kiel nach Frankfurt, in seiner nervigsten Form: Zu uns in den Familienbereich kam eine Mutter mit ihrer dreijährigen Tochter. 

    Eigentlich total symphatisch – bis zu dem Punkt, als wir am Hamburger Hauptbahnhof im Unwetterchaos stecken blieben. Mama und Kind wollten einen Zugtrip nach Göttingen machen, der dazugehörige Papa fuhr abends mit dem Auto hinterher. 

    Nun gab es aber eben das Problem, dass der Zug nicht weiterfuhr. Und die Mutter stellte (eindeutig einseitig motiviert) die Frage, die bald Ohrwurm-Charakter annahm: 

    „Duuuu, Hendrike, wir können jetzt auch wieder aussteigen und zurückfahren und heute Abend mit dem Papa im Auto nach Göttingen fahren. Sollen wir das machen?“

    Hendrike sagte: „nein“. Klar, es war ihre erste Bahnfahrt und sie durfte in Mamas Handy Peppa Wutz gucken. Die Mama ließ aber leider nicht locker und fragte im 15-Minuten-Takt immer wieder nach. Da wir über drei Stunden im Hbf festhingen, hörten Hendrike und alle anderen Fahrgäste diese eine Frage der Mama gute zwölf Mal. Immer wieder: „Hendrike, wir könnten jetzt auch….“ 

    Am liebsten hätte ich irgendwann gesagt: „Himmel!!! Deine Tochter ist drei! Sie KANN das nicht entscheiden, weil sie logischerweise nicht blickt, dass wir hier feststecken und weil sie überhaupt nicht einschätzen kann, was das jetzt bedeutet, wenn ihr bleibt oder wenn ihr geht. Also entscheide DU das jetzt für sie!!!“ (Optional noch hinzufügbar: „Das ist genauso nervig, wie die Eltern, die ihre Kinder auf dem Spielplatz FRAGEN, ob sie jetzt nach Hause wollen / ob sie das frisch gemopste Spielzeug jetzt wieder zurückgeben wollen / ob sie sich jetzt die Schuhe anziehen wollen / ob sie abends Zähneputzen wollen /ob sie denn jetzt bitteschön ins Bett gehen und schlafen wollen ..!!!“)

    Um die Harmonie im Abteil zu wahren, habe ich mich gegen diese Tirade entschieden. Und irgendwann war Hendrike dann offenbar auch mürbe gequasselt. Sie sagte „ja“ und schwups waren Mama und Kind verschwunden. 

    Unser Au Pair: das Desaster des Jahrhunderts 

    Ich kann immer noch nicht fassen, dass es mit unserem Au Pair so in die Hose gegangen ist. Ein Deaster. Eine Vollkatastrophe. Wie konnte ich ein so fatal falsches Bauchgefühl haben?

    Ich hatte Faniry (Name netterweise geändert…), 19, auf Aupairworld.com gefunden – eine sehr gute Seite, auf der Gastfamilien und Au Pairs Profile anlegen können und auf eventuelle „Matches“ aufmerksam gemacht werden. Der Service ist anfangs kostenlos. Sobald persönliche Nachrichten geschrieben werden, kostet es 40 Euro/ Monat. Alles fair. 

    Faniry war mir aufgefallen, weil sie eine ellenlange Liste mit Kinder-Aktivitäten gepostet hatte. Sie könne die Kinder morgens anziehen, wickeln, Zähne putzen, Frühstück machen, usw usw. Im Grunde konnte sie laut Profil alles, was bei uns nötig war. Dazu sahen wir nur Fotos mit ihr und vielen Kindern. Sie habe vier Geschwister und kümmere sich häufig um die Babys und Kleinkinder ihrer Cousinen. Wir schrieben uns, wir skypten zwei mal. Sie wirkte fröhlich, ihr Deutsch ok, sie winkte den Kids zu und als ich fragte, ob sie sich drei kleine Kinder wirklich zutraue, erntete ich ein glaubwürdiges „ja“. Zumindest kam es mir damals so vor.

    Ich hatte gelesen und von Bekannten gehört, dass Au Pairs aus Madagaskar sehr zuverlässig, kinderlieb und familiär seien. Top. Dass sie sehr häuslich seien auch. Da Faniry uns ständig Selfies schickte, auf denen sie gestylt und geschminkt war, redete ich mir das mit der Häuslichkeit gedanklich aus. Ihr Profil wirkte doch so weltoffen! Auch, dass sie auf ihrer Facebook-Seite fast nur Bibelsprüche postete, beunruhigte mich nicht. Besser so als eine totale Randale-Tussi, dachte ich. Mittlerweile weiß ich es besser.
    Dummerweise buchte ich bei aupairworld auch den Visa Service. 180 Euro, damit mir jemand sagt, welche Unterlagen wir einreichen müssen. Ich hätte das auch locker selber rausfinden können, aber bei drei kleinen Kindern ist man ja froh, über alles, was einem abgenommen wird…. und nach 1 1/2 Monaten hatte Faniry das Visum in der Tasche und den Flug gebucht. 

    Sie kam zwei Wochen vor meinem beruflichen Wiedereinstieg. Das sollte als Einarbeitung reichen, dachte ich. Ich muss fast ein bisschen lachen, wenn ich bedenke, dass sie an meinem ersten Arbeitstag schon gar nicht mehr da war. 

    Ich hatte viel Zeit damit verbracht, ihr Zimmer aufzuhübschen. Mein Vater hatte mit mir ihr kleines Bad komplett neu eingerichtet, im Zimmer Schreibtisch und Schminkkommode (siehe gestylte Selfies) aufgebaut, ich war zu Saturn gefahren und hatte einen weißen Flachbildfernseher gekauft – 100x schicker als der Röhrenkoloss, den ich selbst im Schlafzimmer habe. Die Deko kam von Ikea: Blumen, Kissen, Decken. Ich druckte die Fotos von ihrer Familie aus, rahmte sie und hängte sie auf. Ich nötigte die Kinder, auf ein Plakat zu krakeln. Damit wollte ich sie am Flughafen begrüßen. Ich hatte mich schlau gemacht, über Deutschkurse an der VHS, über günstige Sportmöglichkeiten in Frankfurt (ihre Hobbys waren schließlich schwimmen und joggen), ich hatte sie versichert, ihr einen Schlüssel nachgemacht, eine SIM-Karte plus iphone klargemacht, ihr einen Reiseführer gekauft und einen Gutschein für dm, als kleine Begrüßung. Alter, ich habe mir so eine Platte gemacht für nichts und wieder nichts!!!

    Am Tag ihrer Ankunft lies ich die beiden Großen bei uns daheim und brachte sie nicht in den Kindergarten. Ich nahm sie mit zum Flughafen, da ich wollte, dass Fanirys Ankunft locker und fröhlich beginnen konnte, Kinder sind bei Sprachbarrieren ja häufig ein wunderbarer Eisbrecher. Normalerweise zumindest. 

    Soviel also zu den Wunschgedanken. Und nun zur Realität. 

    Das Mädchen, das am Flughafen ankam, sah aus wie 12. Sie kam mit ihrem riesigen Koffer und blieb kurz nach der Schranke sofort stehen und wartete, bis wir auf sie zugingen. Zu den Kindern sagte sie überhaupt nichts, auf das Plakat warf sie nicht einen Blick. Geschenkt. 
    Zuhause machten wir eine kleine Bescherung. Ich hatte für alle kleine Geschenke gekauft, es sollte einfach alles so positiv wie möglich beginnen. Dabei erzählte sie mir von einer körperlichen Einschränkungen, die schneller wieder ans Tageslicht kam, als vorher gedacht: Am ersten Tag ihrer Periode hätte sie starke Schmerzen. Da könne sie nichts machen. Manchmal auch am zweiten und dritten. Aha… und wann sei es wieder so weit? (In Gedanken schon in der Apotheke). Erst in zwei Wochen. Na dann… 

    Ich hatte mir vorgenommen, sie die erste Woche nur zugucken zu lassen. Ich wollte sie nicht überfordern. Aber irgendwann wurde es einfach offensichtlich, dass das nichts werden konnte. Sie sprach nicht ein Wort mit den Kindern. Sie versuchte es nicht einmal. Stattdessen schaute sie ständig ins Handy. Am Abendbrottisch, am Sandkasten, im Garten, auf dem Spielplatz. Das nervte mich so sehr, dass ich es gleich am zweiten Tag ansprach. Es besserte sich mäßig. Sie war extrem schüchtern, ich würde sogar sagen überängstlich. Irgendwann redeten wir nur noch auf französisch, um überhaupt irgendwie zu kommunizieren. Ich sagte ihr, dass sie mit den Kindern reden müsse. Sie sagte, sie kenne die Worte nicht. Ich (100x): Das ist den Kindern doch egal, sie könnte selbst chinesisch mit den Kindern reden und es würde ihnen gefallen. Es besserte sich nicht.

    Sie war die Unselbständigkeit in Person. Sie wusste nicht, wie man den Wasserhahn auf kalt dreht. Sie bollerte mit dem Kinderwagen gegen jeden Kantstein. Sie bekam es nicht gebacken, die Haustür aufzuschließen. Sie ging alleine nie nach draußen, weil sie Angst hatte, sich zu verlaufen. Sie saß nur im Bett und surfte in ihrem PC. Irgendwann war mir klar: ein Monatsticket für die Bahn ist verschenkt hoch zehn! Sportliche Angebote-niemals würde sie sie wahrnehmen! Einmal ließ ich sie mit den Großen allein (drehte für 40 Min eine Runde mit dem Baby), weil ich dachte: Vielleicht fühlt sie sich beobachtet? Vielleicht conntectet sie mit den Kids so besser? Ich kam wieder und alle hockten oben vor dem Fernseher. Dass die Große eine volle Windel habe, teilte sie mir noch mit. 

    Ich war echt schockiert. Ich hatte das Gefühl, dieses Mädchen machte nur das, was ich EXPLIZIT und WORTWÖRTLICH vorher gesagt hatte und dachte ÜBERHAUPT nicht mit. ZB: Ich zog alle drei Kinder an, es war das reinste Chaos. Sie stand wie ein Stock daneben. Ich musste mich arg zusammenreißen. 

    So langsam schwante mir, dass ich sie niemals mit meinen drei Kindern alleine lassen konnte… aber gut, eine Chance sollte sie noch bekommen. Einen konkreten Arbeitsauftrag. Wir baten sie, am (morgigen) Sonntag Brötchen holen zu gehen. Der Bäcker ist direkt gegenüber. Unseren Großen könne sie gerne mitnehmen. 
    An dem besagten Sonntag kam sie nicht aus dem Bett. Ich lag in der Früh noch im Delirium wegen durchwachter Baby-Nacht. Da weckte mich mein Mann: Faniry säße auf der Treppe und hätte etwas. Wolle aber nur mit mir darüber reden… Was war los? Sie habe ihre Tage. Sie habe solche Schmerzen, dass sie wahrscheinlich nicht mal zur Kirche gehen könne (geschweige denn zum Bäcker). Ob ich einen Tampon habe? Ich gab ihr welche. Als ich ihr eine Stunde später einen Tee brachte, hielt sie mir den ausgepackten Tampon vor die Nase. Wie man das denn mache? 

    Ich hatte das Gefühl, eine 12jährige vor mir zu haben. Lange Rede, kurzer Sinn: Sie traue sich das mit dem Tampon nicht. Was nehme sie denn normalerweise? Binden. Und wo seien die jetzt? Alle. Aha… ich weiß, dass Tampons in manchen Kulturen kein Thema sind, aber mir kam das alles so abstrus vor, dass ich mir gleich einen Stuhl ans Bett stellte und eine Grundsatzrede hielt. Dass ich das Gefühl habe, ihr Profil im Netz und die Person, die sie hier ist, das seien zwei verschiedene Menschen. Sie rede nicht mit den Kindern. Wie wolle sie sich Respekt verschaffen, wenn es drauf ankäme? Im Straßenverkehr? Wenn alle drei brüllen, aus welchen Gründen auch immer?!? Sie solle sich überlegen, ob das Programm Au-Pair wirklich das richtige sei. Bei der Gelegenheit klärten wir auch, dass sie praktisch nie jogge und vielleicht drei mal im Leben schwimmen war. So viel zum glaubwürdigen Profil…

    Am nächsten Tag sagte sie mir, dass sie es mit drei Kindern nicht schaffen würde. Ich denke, sie ist auch mit einem Kind gnadenlos überfordert, aber sie entschied sich, eine neue Familie zu suchen. Zurück nach Madagaskar wolle sie auf keinen Fall. Ihre Familie solle nicht erfahren, dass sie wechseln würde. Und außerdem habe sie ja nun das Visum. 

    Die kommenden Tage waren für mich nur noch schwer zu ertragen. Einmal sollte sie noch kurz auf die Großen aufpassen – als ich kam, hockte sie wieder oben in ihrem Zimmer, die Kinder spielten unten im Wohnzimmer. Ich ließ sie schließlich gar nichts mehr machen, was irgendwie mit Kinderbetreuung zu tun hat. Es beschränkte sich auf kleine Hilfen im Haushalt. Mal Wäsche zusammen legen, das Wohnzimmer saugen… ich kam mir irgendwann nur noch wie eine Hausherrin vor (Horror!), aber so hatte ich wenigstens ETWAS Hilfe im Haus. 

    Sie hatte keine Probleme, eine neue Familie zu finden. Sie hatte gleich mehrere Optionen und ich wundere mich bis heute, dass keine dieser Familien vorher bei uns anrief. Denen hätte ich was erzählt! 

    Faniry redete nun wirklich gar nicht mehr. Sie kam zum Essen, stand wieder auf und verschwand. Ich fand das alles unerträglich und war so froh, als sie endlich, zwölf Tage nach ihrer Ankunft, im Zug nach Augsburg saß.

    Der Tag ihrer Abreise hatte fast ein bisschen Symbolcharakter: Die ganze Familie war dank Magen-Darm dahingerafft. Ich schlief, als ihr Taxi kam (Bus traute sie sich natürlich nicht). Mein Mann kümmerte sich um die drei kranken Kinder. Ob er sie zum Bahnhof bringen könne? Ihr Koffer sei so schwer…

    Ein paar Tage später habe ich noch einmal auf ihre Facebook-Seite geschaut. Sie hatte ein Foto meiner Kinder zu ihrem Profilbild gemacht. Sie standen auf einem Klettergerüst, für das Foto (von mir geschossen) hatte sie sich dazugestellt. Anschließend saß sie wieder auf der Bank und redete kein Wort. Immerhin: Das Foto hatte ihr 190 Likes gebracht. 

    (Ergänzung, gute drei Monate später): Unser altes Au Pair hat mittlerweile noch vier mal die Familie gewechselt, wir starten bald einen neuen Versuch mit einem Au Pair aus Albanien. Ich berichte!

    Von der Unmöglichkeit, für deinen Säugling im Rhein Main Gebiet einen Krankenhaus-Platz zu bekommen (Skandal!)

    Das kann doch nicht sein, oder? Dass du einen vier Monate alten Säugling mit einer Nierenbeckenentzündung hast, der fiebert, wimmert, das Antibiotikum erbricht und du beim verzweifelten Abtelefonieren der Kliniken nur das zu hören bekommst:

    Uniklinik Frankfurt: Wir sind voll. 

    Clementinen-Krankenhaus: Sorry, voll!

    Höchst: Säugling zusammen mit Mutter? Leider kein Platz. 

    112: Rufen Sie in Höchst an. Die haben noch Plätze frei. 

    Hanau: voll. Darmstadt: voll. Offenbach: voll. …

    Wir sind richtig in Panik geraten, unserer Kleinen ging es schlechter und schlechter. Irgendwann hat sich das Klinikum Rüsselsheim unserer erbarmt. Ich habe in Windeseile ein paar Klamotten in eine Tasche geschmissen, Kind in den Maxi Cosi und auf nach Rüsselsheim. 

    Da sind wir nun und haben schon Untersuchungen hinter uns gebracht, bei denen ich geheult habe wie ein Schlosshund. Aber jetzt kann es nur noch bergauf gehen! Was bin ich dankbar für die moderne Medizin – finde es aber immer noch unfassbar, dass wir mit einem schwer kranken Säugling beinahe nirgends untergekommen wären. So etwas darf doch wirklich nicht sein!