Unser tolles neues Au Pair

Anmerkung vorab: Dass unser neues Au Pair-Mädchen aussieht wie Rita Ora, und dass das natürlich auch gewisse Nachteile mit sich bringt (wenn man fertig, bebrillt und beaugenringt am Frühstückstisch sitzt), lasse ich in dieser Lobeshymne absichtlich außen vor. 

Nach dem bereits berichteten Supergau haben wir nun einen echten Volltreffer gelandet. Ein Au Pair, das ich mir gar nicht mehr wegzudenken vermag. 

Besa ist 26 Jahre alt und kommt aus Albanien. Sie hat bereits Medizin studiert und will vor allem eins: Deutsch lernen, um hier ihren Facharzt als Kinderärztin zu machen. In jeder freien Minute paukt sie, was das Zeug hält, ihr ganzes Zimmer hängt voller Postets und sie spricht schon richtig gut. Neben unserem Esstisch hängt neuerdings ein White Board, mit dessen Hilfe wir ständig neue Vokabeln üben. Die ersten Wochen haben wir uns auf englisch unterhalten, mittlerweile nur noch in Notfällen bzw. wenn es mal ganz schnell gehen muss. 

Die Kinder mögen sie sehr – nicht von Anfang an, aber doch ziemlich schnell. Neulich habe ich gegenüber den Kids angedeutet, dass Besa nicht für immer bleiben wird. Das wollten sie überhaupt nicht wahrhaben. Unser Au Pair gehört schon richtig zur Familie dazu. Die Kinder laufen ständig in ihr Zimmer, suchen aktiv ihre Nähe und bauen sie mittlerweile sogar in unsere Gute-Nacht-Geschichten ein. 

Besa hilft vor allem morgens, die Kinder wegzubringen (das teilen sie und ich uns meist auf) und nachmittags, sie wieder abzuholen. Je nachdem, wie lange ich arbeite, betreut sie die ganze Bande. Sie ist unglaublich zuverlässig, fleißig und selbständig. Man merkt sofort, dass sie schon mehrere Jahre allein bzw in WGs gelebt hat.

Was mir vorher gar nicht bewusst war: Was für eine unglaubliche Erleichterung im Haushalt ein Au Pair sein kann (wenn man eben Glück hat):

Ich bade die drei Kinder, komme aus dem Bad – und das gruseligste Abendbrot-Chaos ist schon beseitigt. Normalerweise habe ich nach dem Zubett-Bringen noch ewig in der Küche gestanden und rumgerödelt. Jetzt nicht mehr. Oh, wie ist das herrlich! Wäsche zusammen legen? Macht sie. Ich müsste eigentlich noch einkaufen, würde es aber nur total gestresst hinbekommen? WhatsApp an Besa und ein Punkt auf der To Do-Liste weniger. Mittlerweile kauft sie sogar selbständig ein, ich muss also gar nichts mehr sagen. Und habe ich schon erwähnt, dass sie die tollsten Suppen kocht?

Mein Standpunkt heute: Drei Kinder und (Schicht) arbeiten. Das geht ohne Au Pair gar nicht (es sei denn Oma und Opa sind ständig am Start). Es ist einfach so unfassbar viel zu tun. 

Und drei Kinder haben ja auch ganz unterschiedliche Bedürfnisse. Beispiel Schwimmkurs: Ich gehe mit den Großen, sie kümmert sich zuhause um die Kleine. Was für eine Erleichterung, nicht eine Stunde lang eine Einjährige in der Umkleide bespassen zu müssen. Laternenumzug mit dem Kindergarten? Ja, das könnte ich mir auch mit Kinderwagen antun – aber deutlich entspannter ist es doch, nur auf zwei und nicht auf drei Kids in der Dunkelheit und am anschließenden Martinsfeuer aufpassen zu müssen.

Ja, mit einem Au Pair gibt man einen Teil seiner Privatsphäre auf – vor allem in einer so kleinen Wohnung wie der unsrigen (wobei es sehr hilfreich ist, dass unsere Wohnung zweigeschossig ist und wir zwei Badezimmer haben). 

Ja, ein Au Pair kostet eine Menge Geld. Selbst, wenn nur die vertraglichen Mindestanforderungen gezahlt werden, sind es gute 500 Euro im Monat. 

Auf der anderen Seite spare ich mir damit das, was mich am meisten Nerven kostet: Orga-Stress. Dieses ständige Jonglieren und Hin- und Hertelefonieren, wenn mal wieder etwas anders läuft, als geplant (fast immer), irgendjemand früher abgeholt werden muss, ich länger arbeiten soll, etc. 

Das ist echt richtig viel wert!

Dieses Mal also wirklich super – und ich hoffe, das Au Pair-Glück bleibt uns weiterhin hold 🍀🍀🍀

PS. Bevor der falsche Eindruck entsteht: Komplett arbeitslos wirst du als Mutter mit Au Pair (logischerweise) nicht! Wenn ich da bin, sind die Kids natürlich voll auf mich fixiert und die ersten Male, an denen ich alle drei bei Besa lassen musste, weil ich am Wochenende gearbeitet habe (und der Papa nicht da war), waren echt hart. Was haben sie gebrüllt. Was habe ich für Stressmomente gehabt!!! Nach wie vor bist du als Mutter gefordert. Zu tun ist ja schließlich immer irgendwas – auch mit Au Pair. 👩🏻💪🏼👶🏼👧🏼👦🏻❤️

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Was hier alles so passiert 😊

Hallöchen,

ich bin Julia, Moderatorin in Radio und TV und ich habe drei sensationelle kleine Kinder.

In meinem Job berichte ich ausgewogen – hier garantiert nicht!!! Dieser Blog ist parteiiisch (immer pro Muddis und Kinder), er ist sowas von politisch unkorrekt und geradezu hardcore gefüllt mit den Ausdrücken, die man in einem Haushalt mit Kindern normalerweise tunlist vermeidet. Aber mal ehrlich: Wer würde diesen Blog sonst noch lesen?!? 😉

Früher habe ich viel gearbeitet, habe Party gemacht, ewig lange geschlafen, bin dann frühstücken gegangen, habe Sport gemacht (tanzen, Aerobic, joggen), Freunde getroffen,… ja, das war auch nicht übel!

Jetzt ist mein Leben „muddialarm“ = drei eingebaute Wecker, morgens als erstes Milch-Warm-machen („Neeeein!!! Nicht DIE Flasche!!! Ich wollte die rosane!!! Uäääääähhhh“) 100x ankündigen, dass gleich die Klamotten angezogen werden, Auf-dem-Boden-Rumkrabbeln-und-Haferflocken-Wegwischen (das ist wirklich hart), in den Kindergarten schlurren, Verabschieden mit schlechtem Gewissen… ab auf die Arbeit.

Gejoggt wird bei mir nur noch mit Kinderwagen und wenn es Nachmittags zeitlich hinhaut: Schwimmkurs, beim Kinderturnen in der Umkleide abhocken (ist das boring), Spielplatz, Play Dates, Quatsch machen, eBay Kleinanzeigen, Anna und Elsa, Lightning McQueen, Einhörner und Kuscheltiere, Kinderfüße nachts im Gesicht, … und: tägliches Jonglieren zwischen Schichtdienst und drei kleinen Kindern. Das geht nur mit zwei Kalendern, Vollzeit-Plätzen im Kindergarten, einer sensationellen Tagesmutter und einem tollen Au Pair-Mädchen, meine (Schwieger-) Eltern wohnen leider in Kiel – verdammt weit weg!

Wir wohnen in einer ziemlich knapp bemessenen Vier-Zimmer-Wohnung in Frankfurt Sachsenhausen, mit sechs Leuten leben wir zurzeit auf 100qm. Ist knackig, aber aus jedem Quadratzentimeter hole ich noch was raus. „DIY“ geht bei mir gar nicht: Darum source ich alles out (bügeln, putzen, …) und das mit dem gesunden Essen erledigt der Thermomix (ein geiles Teil).

Hier lest ihr all das, was Mamas beschäftigt. Sprich: Für Leute, die in kinderfreien Hotels Urlaub machen, die sich in ihrer Nachbarschaft feste „Kinderspielzeiten“ wünschen oder schon bei dem Wort „Stillen“ die Augen verdrehen, ist das hier nix! ääääätsch!

Also: Viel Spässchen beim Lesen.

Eure Julia

P.S. Ich habe auch einen Mann. Er ist der absolute Hammer, will aber nix von sich im Internet lesen. Naaaaaagut 🙂

Lieblingssatz einer befreundeten Mama


Muddi-Treff im Café. Ich erzähle, nicht ohne pädagogischen Stolz, dass ich immer mit meinen Kindern male. Vor dem Frühstück, nach dem Abendbrot, ich zeichne vor, sie malen aus, unfassbarer Stifteverbrauch. 

Meine Freundin: „Und weißt du, was das Gute ist, wenn du mit deinen Kindern malst?“

Ich (gedanklich): „Weil sie dann ganz kreativ werden? Weil es die Mutter-Kind-Beziehung stärkt? Weil es unfassbar gut für ihre körperliche und seelische Entwicklung ist?“

Sie: „Weil sie dann richtig schön lange die Schnauze halten.“

🤣🤣🤣🤣🤣🤣🤣🤣🤣🤣🤣🤣🤣🤣🤣

Mehr davon: Lieblingsspruch einer stillenden Mama

„Hey Sie!“ „Wer ich?!?“

Ja, das ist schon ein bisschen Schlemihl-like, was du in Frankfurt anstellen musst, um einen Schwimmkurs für dein Kind zu kriegen: Eine Mama hat mir tatsächlich empfohlen, mich vor das Textorbad in Sachsenhausen zu stellen. Um kurz vor Voll könne ich die Schwimmlehrerin dort vielleicht beim Rauchen abfangen, sie vollquatschen und somit die Chance auf einen Platz im Kurs erhöhen…. geil oder?

Ich bin dieser Taktik zum Glück entkommen – und konnte noch etwas in der Frankfurter Schwimmschule ergattern. Aber auch krass: An einem ganz bestimmten Tag musst du um Punkt 8 anrufen… nach 30 Versuchen (siehe Bild) kam ich dann auch durch 🙄