Ich mach’s trotzdem

Ist schon so ein bisschen Kamikaze, mit Kinderwagen auf der Rolltreppe (vor allem mit drei RĂ€dern!), aber: In Frankfurt hast du keine andere Wahl. Die AufzĂŒge sind kaputt, oder am Hintern der Welt oder schlicht und einfach nicht vorhanden! 

Es gibt so viele S- (Lokalbahnhof) und U-Bahnstationen (Schweizer Straße), wo offensichtlich nicht an KinderwĂ€gen, Rollstuhlfahrer etc. gedacht wurde. Manchmal gibt’s noch nicht mal eine Rolltreppe in deine Fahrtrichtung, so dass einem nur die Bettelei („Entschuldigung, hĂ€tten Sie Lust, sich so richtig schön den RĂŒcken kaputt zu machen und mir zu helfen, den Kinderwagen runterzuschleppen?“) oder Latscherei bleibt. 

Heute war ich mal wieder in der City (Hauptwache) und habe einfach keinen Aufzug gefunden!  Also: Wenn man als Muddi noch raus und was erleben will: Kamikaze 😈😈😈😈😈😈

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Was taugt die Legobaustelle?

Bei dem Sauwetter haben wir sie jetzt auch mal ausprobiert: Die Legobaustelle im Architekturmuseum. Du zahlst in den Ferien drei Euro Eintritt und baust mit kleinen Legosteinen drauflos – im Idealfall kommt ein Haus dabei heraus. 

Ein Besuch, bei dem ich mal wieder gedacht habe: Was macht man nicht alles fĂŒr seine Kinder 😬

Wir mussten Nummern ziehen, gute zehn Minuten warten (mit drei kleinen Kindern halt einfach nervig), es war im Legoraum so stickig, ich saß auf Matten und frickelte vor mich hin, bis mir die Beine einschliefen. Sobald wir zu „laut“ waren, kam eine WĂ€rterin und meckerte. Ich hatte schon nach drei Minuten das dringende BedĂŒrfnis, abzuhauen, aber das konnte ich dem einzig motivierten Familienmitglied (meinem fĂŒnfjĂ€hrigen Sohn) nicht antun. 

Mit Baby auf dem Schoß und dreijĂ€hriger im Arm (eindeutig zu jung), haben wir letztlich noch ein lustiges Freestyle House zusammengekloppt. 

Naja und Abends, beim Zubett-Gehen fiel dann eben noch der Schreckens-Satz: „Mama, da will ich nochmal hin!“ đŸ˜±

Wenn Eltern ihre Kleinkinder alles allein entscheiden lassen

Erlebe ich echt immer wieder und letztens, auf einer Zugfahrt von Kiel nach Frankfurt, in seiner nervigsten Form: Zu uns in den Familienbereich kam eine Mutter mit ihrer dreijĂ€hrigen Tochter. 

Eigentlich total symphatisch – bis zu dem Punkt, als wir am Hamburger Hauptbahnhof im Unwetterchaos stecken blieben. Mama und Kind wollten einen Zugtrip nach Göttingen machen, der dazugehörige Papa fuhr abends mit dem Auto hinterher. 

Nun gab es aber eben das Problem, dass der Zug nicht weiterfuhr. Und die Mutter stellte (eindeutig einseitig motiviert) die Frage, die bald Ohrwurm-Charakter annahm: 

„Duuuu, Hendrike, wir können jetzt auch wieder aussteigen und zurĂŒckfahren und heute Abend mit dem Papa im Auto nach Göttingen fahren. Sollen wir das machen?“

Hendrike sagte: „nein“. Klar, es war ihre erste Bahnfahrt und sie durfte in Mamas Handy Peppa Wutz gucken. Die Mama ließ aber leider nicht locker und fragte im 15-Minuten-Takt immer wieder nach. Da wir ĂŒber drei Stunden im Hbf festhingen, hörten Hendrike und alle anderen FahrgĂ€ste diese eine Frage der Mama gute zwölf Mal. Immer wieder: „Hendrike, wir könnten jetzt auch….“ 

Am liebsten hĂ€tte ich irgendwann gesagt: „Himmel!!! Deine Tochter ist drei! Sie KANN das nicht entscheiden, weil sie logischerweise nicht blickt, dass wir hier feststecken und weil sie ĂŒberhaupt nicht einschĂ€tzen kann, was das jetzt bedeutet, wenn ihr bleibt oder wenn ihr geht. Also entscheide DU das jetzt fĂŒr sie!!!“ (Optional noch hinzufĂŒgbar: „Das ist genauso nervig, wie die Eltern, die ihre Kinder auf dem Spielplatz FRAGEN, ob sie jetzt nach Hause wollen / ob sie das frisch gemopste Spielzeug jetzt wieder zurĂŒckgeben wollen / ob sie sich jetzt die Schuhe anziehen wollen / ob sie abends ZĂ€hneputzen wollen /ob sie denn jetzt bitteschön ins Bett gehen und schlafen wollen ..!!!“)

Um die Harmonie im Abteil zu wahren, habe ich mich gegen diese Tirade entschieden. Und irgendwann war Hendrike dann offenbar auch mĂŒrbe gequasselt. Sie sagte „ja“ und schwups waren Mama und Kind verschwunden. 

Frankfurt am Freitag = Friedberger Markt

Herrlich! Nach fast fĂŒnf Jahren war ich heute mal wieder da. Auf dem Friedberger Platz, wo sich Freitags Abends Hunderte Leute tummeln und mit Weißweinschorle und Bier aufs Wochenende anstoßen.

Geht natĂŒrlich nur, weil ich zurzeit quasi kinderlos sind. Die Großen sind fĂŒr zwei Wochen bei Oma und Opa, nur die Kleine ist noch hier und wird schön ĂŒberall mit hingenommen. Endlich mal wieder ausgehen und rein ins gesellschaftliche Leben!!! Die Chance können wir uns nicht entgehen lassen. 😉

Erkenntnis des heutigen Abends: Wenn man vier Jahre lang fast ununterbrochen schwanger ist oder stillt, reicht eine halbe Weinschorle und du bist wunderbar betĂŒtert. 😝