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Ochsentour Kindergarten

Das habe ich inzwischen bitter gelernt: Für einen Kindergartenplatz in Frankfurt muss man bereit sein, ein Stück seiner Würde abzugeben.

Man muss Klinken putzen. Hinterhertelefonieren. Per Mail nachhaken. Andere Mamas ausbooten. Nochmals betonen, dass dieses Kita-Konzept das allerbeste sei. Und dass man natürlich gerne dazu bereit ist, sich im Kindergarten kräftig zu engagieren… Fürchterlich. Besichtigungstermine arten plötzlich zu reinsten Schleim-Veranstaltungen aus (siehe hier) und ich kenne Mamas, die sogar „Bewerbungen“ (mit Foto!) in Kindergärten abgegeben haben.

Ein Jahr noch, dann ist die Häselbacke drei – und wie sagte mir eine Kita-Leiterin gestern: „Novemberkind und Ganztagsplatz – da sind Ihre Chancen gleich null.“

Dank dieser Motivationsspritze habe ich nun also auch die Kindergarten-Ochsentour begonnen. An meine Wunsch-Kindergärten habe ich nochmal eine Email geschickt, angerufen, um Besichtigungstermine gebeten. Und dabei entdeckt, dass eine Einrichtung gestern für zwei Stunden „Open House“ hatte. Ich bin sofort hingedackelt und musste mich vor Ort arg zusammenreißen. Ich wurde nämlich von der demotiviertesten Mitarbeiterin der Welt durch die Kita „geführt“. Besser gesagt: Sie hat mir einen Raum gezeigt mit der überaus interessanten Information: „Das ist der Gruppenraum.“ Punkt. Sie hat original NICHTS erzählt, ich musste ihr ALLES aus der Nase ziehen, und es war mehr als offensichtlich, dass es zwischen uns nicht auf eine tiefe Freundschaft hinauslaufen würde.

Weil das Anmeldeformular im Internet ein bisschen kryptisch ist, wollte ich noch fragen, ob unsere Anmeldung überhaupt angekommen sei? Könne sie nicht nachgucken, sie müsse jetzt weg, gab mir aber noch einen super Tipp: „Einfach nochmal bewerben.“

In mir tobte ein Kampf zwischen Kopf und Bauch. Bauch: „Frag sie, ob es nur so aussieht oder ob sie wirklich keinen Bock auf dich hat!!!“ Kopf: „Willst du einen Kindergartenplatz oder nicht?!?“

Der Kopf hat gewonnen. Aber ein bescheuertes Gefühl hatte ich trotzdem. Echt nervig, die Kindergarten-Suche in Frankfurt!

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3 Gedanken zu “Ochsentour Kindergarten

  1. B. schreibt:

    Hi, also ich war auch froh, überhaupt einen Krippenplatz zu ergattern. Ich habe mich auch überall angemeldet (wo es halt möglich war) und wir haben den ersten genommen, wo wir die Zusage hatten (war ein Glücksfall, da ein Kind ausfiel).

    Ich habe mir aber keinen einigen Krippenplatz/Kindergarten innen angesehen. Entweder es funktioniert , oder auch nicht 🙂

    Aber manche Eltern steigern sich mit den Besichtigungen schon etwas rein, oder täusche ich mich?

    Auch wenn mir ein Betreuer nicht zusagt, die Kinder müssen ja mit ihnen auskommen? Das merkt man aber erst mit der Zeit, sprich gehen sie gerne hin oder auch nicht.

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    • Du hast vollkommen recht. Um ehrlich zu sein sehe ich die Besichtigung hauptsächlich als Mittel zum Zweck – da sich manche Kindergärten nämlich merken (zumindest notieren), wer schon mal vorbeigeschaut hat…aber klar: Hauptsache, die Kleinen haben nette und liebe Leute um sie herum!!!

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